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Sieben Tipps für eine bessere Zusammenarbeit

Die Stiftung Nord-Süd-Brücken erhält gegenwärtig einige Anfragen von Engagierten und NROs, die den Geflüchteten helfen wollen. Für diese große Solidarität dankt die Stiftung allen Beteiligten!

Das Zusammentreffen und die Zusammenarbeit zwischen Geflüchteten und Engagierten können Missverständnisse auslösen, denn jeder Mensch ist geprägt durch eine andere Sozialisation und anderen Erfahrungen. Um Missverständnisse zu vermeiden und Denkanstöße zu geben haben wir diese Tipps zusammengestellt.

Folgende Leitfäden dienten als Grundlage:

1. Keine Schaffung neuer Abhängigkeitsverhältnisse

Als HelferIn übernimmt man leicht die Sichtweise, dass Geflüchtete in Deutschland nicht selbstständig handeln könnten. Dies schafft ein neues Abhängigkeitsverhältnis und es werden meist unbewusst überlegene/unterlegene Positionen eingenommen.

Daher ist es wichtig, sich immer vor Augen zu halten, dass Geflüchtete eigenständige Individuen sind, die auch selbst tätig werden wollen und am besten die Missstände ihrer Situation in Deutschland erkennen. Die Reflektion über das eigene Verhalten und die eigene Sichtweise ist hilfreich.

2. Respektvoller und toleranter Umgang

Eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren beinhaltet Spannungspole, mit denen umzugehen nicht immer leicht ist. Jeder Mensch hat andere Sichtweisen und andere Erfahrungen, die sein Verhalten bestimmen. Oft ist es schwer, Reaktionen oder Handlungen eines anderen nachzuvollziehen oder zu verstehen.

Haben Sie daher mehr Verständnis für ungewohnte Handlungen ihrer PartnerInnen, diese haben wahrscheinlich denselben Eindruck von Ihnen! Versuchen Sie sich in die andere Person hinein zu versetzen und bedenken Sie die z.T. schrecklichen Erfahrungen, die Geflüchtete gemacht haben, bis sie in Deutschland angekommen sind. Akzeptieren Sie andere Meinungen und vor allem Traditionen und lernen Sie diese zu verstehen.

Eine gute Zusammenarbeit kann nur entstehen, wenn Respekt, Geduld, Offenheit, Einfühlungsvermögen und Vertrauen auf beiden Seiten geschaffen werden.

3. Zuhören, verstehen, gemeinsam Planen

Die Motivation, sich für Geflüchtete zu engagieren, rührt meistens daher, dass Sie deren derzeitige Lebenssituation als ungerecht empfinden.

Das Aufbauen einer Partnerschaft und einer Zusammenarbeit mit den Geflüchteten ist unumgänglich. Nur sie wissen, was gerade benötigt wird. Nicht immer sind Säcke voller Kleidung am dringendsten gebraucht, manchmal ist es ein Internetanschluss oder eine Möglichkeit zu telefonieren, um ihre Verwandten zu kontaktieren. Die Kommunikation untereinander sollte bei der Zusammenarbeit im Vordergrund stehen und daher sollten Projekte, wie Feste, Sprachkurse und Verbesserungen der Unterkünfte gemeinsam mit Geflüchteten geplant werden. Durch Zuhören, Verstehen und gemeinsames Planen kann eine Verbesserung eintreten.

4. Realisierung der Zustände in den Flüchtlingsunterkünften

HelferInnen sind oft sehr enthusiastisch bei ihrem ersten Gang in eine Flüchtlingsunterkunft. Oft realisieren sie erst bei ihrer Ankunft, unter welchen Bedingungen Geflüchtete untergebracht sind.

Jede Unterkunft ist anders aufgebaut und die Zustände variieren. Lassen Sie sich nicht gleich abschrecken von schlechten Bedingungen. Eine Kontinuität an Unterstützern ist wichtig, damit die BewohnerInnen sich nicht jeden Tag mit komplett neuen HelfernInnen arrangieren müssen. Wenn Sie sich entschließen zu helfen, dann wäre ein längerer Zeitraum besonders für die Organisation der HelferInnen sinnvoll.

5. Aufbau einer gemeinsamen Verständigung

Eine gute Verständigung zwischen Helfern und Geflüchteten ist notwendig. Nur so kann eine gute Zusammenarbeit funktionieren und voran gehen. Die Sprachbarriere muss daher schnellstmöglich überwunden werden.

ÜbersetzerInnen sind daher notwendig und sollten zur Verfügung stehen. Manche Geflüchtete können gut Englisch sprechen und würden sich als DolmetscherInnen eignen. Des Weiteren könnte dies die Zusammenarbeit fördern. Aber auch Menschen, die beispielsweise Arabisch sprechen, sind immer wieder gefragt, da diese leichter eine Bindung mit Geflüchteten aus dem arabischsprachigen Raum aufbauen können und sich besser mit Kindern oder Älteren verständigen. Bei Beratungsgesprächen sollte die Geduld im Vordergrund stehen und Zeitdruck vermieden werden.

Sehr hilfreich für die Verständigung sind diese Links: www.refugeephrasebook.de und Leitfaden für Sprachhelfer/innen

6. Beschäftigung von Geflüchteten

Viele Geflüchtete hatten meistens ein geregeltes Leben mit Job, Familie und Alltag. Dies mussten sie aufgeben, um in Sicherheit zu gelangen. Viele haben einen Studienabschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung und wollen sich bilden, arbeiten, einbringen und ihr Wissen einsetzen. Die meisten Menschen definieren sich über ihren Beruf oder ihre Tätigkeit. Daher sind sie auch nicht daran gewöhnt, jeden Tag in der Schlange zu stehen und keine Herausforderung zu haben.

Eine Integration, beispielsweise in die Organisation der Flüchtlingsunterkünfte, ist wichtig und erforderlich. Durch Arbeitsteilung und Übergabe von Verantwortung helfen Sie den Geflüchteten.

7. Schaffung von Treffpunkten

Flüchtlingsunterkünfte sind häufig sehr klein bemessen für die große Anzahl an Bewohner. Häufig ist es sehr eng.

Ein öffentlicher Raum, der genutzt werden könnte für Treffen, Unterhaltungen, Veranstaltungen oder als Spieletreff, kann viel bewirken. Versuchen Sie einen Raum für Begegnungen zu schaffen, in denen auch Geflüchtete Möglichkeiten haben, Feste oder Veranstaltungen zu organisieren oder sich zu treffen.

 
 
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