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„Wie der Osten stiften ging ...“

Bericht

Am Donnerstag, den 17.März luden die Stiftungen Nord-Süd-Brücken, Demokratische Jugend, West-Östliche Begegnungen, der Bundesverband Deutscher Stiftungen und die Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund in die Ministergärten. Bei einem Symposium und darauffolgenden Podiumsgespräch stellten ostdeutsche Stiftungen ihre bewegte Gründungsgeschichte vor.  Nach einem kurzen Grußwort von Dr. Jutta Jahns-Böhm, die für die Vertretung Brandenburgs beim Bund sprach, kamen auch Dr. Heike Kahl, Vertreterin des Bundesverband Deutscher Stiftungen und Dr. Helmut Domke von der Stiftung West-Östliche Begegnungen zu Wort. Frau Kahl betonte insbesondere den Beitrag, den die Stiftungen zum Bürgerengagement im vereinten Deutschland leisten. Etwa 80 geladene Gäste aus der „Stiftungsfachwelt“ und andere interessierte Menschen nahmen an der Veranstaltung teil und nutzten die Gelegenheit zum Kontakte knüpfen. Cordula Schubert, Ministerin für Jugend und Sport a. D. gab eine Einführung zu den Beschlüssen und Maßnahmen der damaligen Regierung zum Umgang mit dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen. Frau Schubert gründete in der DDR als Alternative zu der FDJ die Demokratische Christliche Jugend und war Mitglied der Regierung unter de Maizière. Nach dem ersten Runden Tisch der Jugend in Berlin wurde die Stiftung gegründet, ausgestattet mit einem Stiftungsvermögen von 20 Mio. DM. Das Geld stammt aus Mitteln des ehemaligen „Kontos junger Sozialisten“, einem Fonds für FDJ Zwecke. Im weiteren Verlauf des Symposiums berichtete der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Nord-Süd-Brücken über die Geschichte der Stiftung. Unter dem Motto „Vom Runden Tisch in die weite Welt und zurück. Was hat die Stiftung Nord-Süd-Brücken bewegt und bewirkt?“ präsentierte Peter Stobinski anschaulich die Geschichte der Stiftung. Am 21.Februar 1994 wurde sie auf Initiative des Entwicklungspolitischen Runden Tisches vom Solidaritätsdienst International gegründet, in seiner Funktion als Rechtsnachfolger des Solidaritätskomitee der DDR. Peter Stobinski betonte die Idee der Stiftung, solidarisches Grundverständnis zu bewahren und die Überzeugung, dass Wachstum nicht auf Kosten anderer geschehen darf. Weiterhin ging Peter Stobinski auf drei wichtige Aspekte ein: Partizipation, Transparenz und Förderpraxis der Stiftung. So setzt sich der Stiftungsrat immer aus 7 Mitgliedern der Nichtregierungsorganisationen, 5 ExpertInnen und 3 VertreterInnen der Länder zusammen. Auch wird Wert auf Transparenz gelegt, daher sind alle Geschäftsberichte und Informationen zur Anlage des Stiftungskapitals frei und online verfügbar. Peter Stobinski fügte hinzu, dass ethische Kriterien bei der Anlage berücksichtigt werden. Insgesamt wurden bereits 12 Mio. Euro für 2000 Projekte bereitgestellt, hierbei wurde die Personalkostenförderung hervorgehoben, welche seit 1996 Stellen finanziert. Im Anschluss daran bekam Herr Prof. Dr. Horst Schützler das Wort. In einem detaillierten Vortrag veranschaulichte er die Geschichte der Stiftung West-Östliche Begegnungen, welche der Geschichte der Stiftung Nord-Süd-Brücken in einigen Zügen ähnelt. Die Stiftung West-Östliche Begegnungen ging 1994 aus der zweitgrößten Massenorganisation der DDR, der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft hervor. Partnerländer der Stiftung sind daher alle Länder auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und baltische Länder. Die Stiftungsmittel wurden aus dem Restvermögen der Gesellschaft für DSF finanziert. Nach einer Pause fand im Anschluss ein Podiumsgespräch mit dem Thema „Neue Brücken in die Zukunft – Impulse ostdeutscher Stiftungen für Bürgerengagement im vereinten Deutschland“ statt. Nach Grußworten von Dr. Jutta Jahns-Böhm, Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund und Hasso Lieber, Staatssekretär bei der Senatsverwaltung für Justiz begann das Gespräch mit Vertretern der Stiftungen und des Bundesverband Deutscher Stiftungen. Michael Bürsch, ehemaliger MdB stellte fest, dass neben Staat und Zivilgesellschaft ebenso die Wirtschaft sich für bürgerschaftliches Engagement einsetzen muss. Thomas Heppener von der Stiftung Demokratische Jugend sieht die Aufgabe für die Stiftung auch darin, ein Bewusstsein dafür zu stimulieren, dass man als BürgerIn an Entscheidungsprozessen mitwirken kann. Walter Hättig, Geschäftsführer der Stiftung Nord-Süd-Brücken hob noch einmal hervor, welch große Rolle dabei die bezahlten Fachkräfte haben. Engagement muss anerkannt und bezahlt werden, da sonst keine qualitativ hochwertige Arbeit möglich ist. Monika Tharann der Stiftung West-Östliche Begegnungen bestätigte diese Auffassung. Für die beiden Stiftungen Demokratische Jugend und West-Östliche Begegnungen gäbe es vielleicht die Möglichkeit mithilfe einer Finanzierung des Auswärtigen Amts oder Bundesministerium für Familie und Jugend institutionell zu fördern. Derzeit fördert die Stiftung West-Östliche Begegnungen jedoch themenorientierte Begegnungen, zu der auch Treffen gehören, die sich mit geschichtlicher Aufarbeitung der Vergangenheit in West und Ost auseinandersetzen. Winfried Ripp vom Bundesverband Deutscher Stiftungen lobte die Arbeit, die die Stiftungen im Osten bisher geleistet haben.

Beim anschließenden Empfang mit sibirischem Buffet und georgischem Wein hatten die Teilnehmer Gelegenheit zum weiteren Austausch.

 Surya Weimer

 



 
 
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