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Fachgespräch „Dead Aid“

„Tödliche Hilfe und hilfreiche Totengräber?“ Dambisa Moyos Beitrag und die Antworten der Entwicklungspolitik

Fachgespräch der Stiftung Nord-Süd-Brücken in Kooperation mit dem VENRO-Projekt „Perspektive 2015“ und dem Seminar für ländliche Entwicklung (SLE)

Einführung und Einordnung: Prof. Dr. Theo Rauch vom Institut für Geographische Wissenschaften der FU Berlin
Anschließend: Kurze Kommentare aus staatlicher und nichtstaatlicher Perspektive
Moderation: Hans Jörg Friedrich, Weltfriedensdienst e.V.

Mittwoch, der 27.01.2010, 17.00 Uhr

Haus der Demokratie, Robert Havemann-Saal, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin (Haltestelle M 4 „Am Friedrichshain“)

„Entwicklungshilfe ist tödlich. Sie gehört innerhalb einer Übergangsphase von fünf Jahren abgeschafft. Ich bin offen für eine Diskussion, wie lange diese Übergangsphase sein soll. Wichtig ist jedoch, dass die Politiker wissen, dass es kein Geld mehr gibt.“ Dambisa Moyo

Mit ihrem Buch „Dead Aid – Why Aid is Not Working and How There is Another Way for Africa” hat die sambische Ökonomin, Autorin und Investmentbankerin Dambisa Moyo für heftige Erschütterungen in der internationalen entwicklungspolitischen Szene gesorgt.

Die Reaktionen reichen nicht nur von gekränkter Eitelkeit kritisierter britischer Popstars bis hin zu grenzenloser Zustimmung ähnlich argumentierender deutscher Ex-Diplomaten. Vielmehr gibt es auch Kritik an der Entwicklungshilfe-Kritik. So schreibt Hans Dembowski, Chefredakteur von E+Z: „Wer Afrikas Armut abhandelt, dabei aber nur einmal, auf Seite 116ff die WTO erwähnt, ist nicht ernst zu nehmen.“ Aber es gibt auch Zustimmung für den Perspektivwechsel in der Debatte. Evelyn Herfkens, frühere niederländische Entwicklungsministerin und jetzige Koordinatorin der UN-Millenniumskampagne begrüßt im WEED-Informationsbrief, „...dass sich jetzt die Afrikaner in die Debatte einschalten, die zu lange durch Vertreter des Westens beherrscht wurde, die die Afrikaner nur allzu oft als inkompetent und hilflos portraitierten.“

Moyos Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit ist nicht ganz neu. In den siebziger Jahren formulierte der Entwicklungsökonom Peter Thomas Bauer bereits eine Fundamentalkritik an der staatlichen EZ. In den 80er Jahren schrieb Brigitte Erler die „Tödliche Hilfe“ und in den 90er Jahren meinte die Ökonomin Axelle Kabou, Afrika sei „weder arm noch ohnmächtig“. Und seit der Millenniumswende streiten sich William Easterly und Jeffrey Sachs um die Sinnhaftigkeit der Erhöhung oder Einstellung von Entwicklungsgeldern.

Der zentrale Kritikpunkt von Moyo, dass Hilfe die Tendenz hat zu korrumpieren und die Eigeninitiative der politisch Verantwortlichen zu unterminieren, lässt sich aber auch von Befürwortern der EZ nicht so ohne weiteres von der Hand weisen. Im Sinne von Evelyn Herfkens sind die Veranstalter/innen deshalb der Meinung, dass der Debattenbeitrag von Sambisa Moyo es verdient, einer interessierten Öffentlichkeit nüchtern und sachlich vorgestellt zu werden, bevor anschließend die Potenziale aber auch Risiken ihrer Argumente kommentiert und diskutiert werden.

Wir freuen uns, dass Prof. Dr. Theo Rauch vom Institut für Geographische Wissenschaften der FU Berlin diese Aufgabe übernehmen wird. Im Anschluss an den Beitrag von Prof. Rauch wird es drei fünfminütige Kommentare zu den Moyo-Argumenten aus staatlicher und zivilgesellschaftlicher Sicht geben. Dann soll eine lebhafte und möglichst konstruktive Publikumsdiskussion einsetzen.

Über Ihre aktive Teilnahme an diesem Fachgespräch würden wir uns freuen! Zwecks besserer Planung bitten wir um eine Rückmeldung bis spätestens 20.01.2010 unter info(at)nord-sued-bruecken.de oder 030 42 85 13 85.

Einen Bericht über die Veranstaltung, den Mitschnitt zum anhören und downloaden sowie die Präsentation von Prof. Theo Rauch finden Sie hier.

 
 
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