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Förderrichtlinien des Programmes JfEz

„Jugend für Entwicklungszusammenarbeit“

1. ZIELVORSTELLUNGEN DES PROGRAMMS

Die Landesregierung wünscht, dass junge Menschen aus Brandenburg mehr Gelegenheit haben sollen, unmittelbar in Ländern außerhalb Europas zu lernen und zu arbeiten, die nach den Maßstäben der OECD (DAC-Liste, siehe Anhang) als sg. ‚Entwicklungsländer‘ ausgewiesen sind. Darüber hinaus sollen Lern- und Arbeitsbegegnungen zwischen jungen Menschen aus den sogenannten Entwicklungsländern und brandenburgischen Jugendlichen im Land Brandenburg gefördert werden (Incoming-Maßnahme).

Dadurch erhalten die Programmteilnehmerinnen bzw. –teilnehmer Gelegenheit, Kulturen und Lebensverhältnisse in Ländern Afrikas, Asiens, Ozeaniens oder Lateinamerikas bzw. für incoming-Projekte die Verhältnisse des Landes Brandenburg kennen zu lernen, konkret Wirkungen, Zusammenhänge und Folgen der Globalisierung zu erkennen, nach ihrer Rückkehr ihre Erkenntnisse und Erfahrungen weiterzugeben bzw. sich in entsprechenden Initiativen weiterhin für die Fragen des Lebens in der ‚Einen Welt‘ zu engagieren.

Wesentliches Ziel des Programms ist es, eine praktische Mitarbeit in Bildungs-, Sozial- und Jugendprojekten in den sogenannten Entwicklungsländern zu ermöglichen.

Jungen Menschen aus sogenannten Entwicklungsländern soll es ermöglicht werden, ihre Projektpartnerinnen bzw. -partner in deren brandenburgischem Lern- Arbeits- und Lebensumfeld kennen zu lernen und an entsprechenden Projekten mitzuarbeiten.

Im Zusammenhang mit dem Programm „Azubis für ‚Entwicklungszusammenarbeit“ der IHK Potsdam können auch Praktika gefördert werden.

2.BEANTRAGUNG UND PROGRAMMDURCHFÜHRUNG

2.1. Programmdurchführung

Das Programm "Jugend für Entwicklungszusammenarbeit" wird von der STIFTUNG NORD-SÜD-BRÜCKEN durchgeführt.

2.2. Projektentscheidung

Über die eingehenden Anträge entscheidet ein Auswahlgremium, das nach Bedarf zusammentritt.

Zu diesem Gremium gehören je ein Vertreter des MBJS, des Landesjugendringes und der STIFTUNG NORD-SÜD-BRÜCKEN sowie des Verbundes Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs (VENROB e.V.). Die Antragstellerinnen und Antragsteller haben gegebenenfalls die Möglichkeit, ihre Projekte persönlich vorzustellen.

2.3. Zuschussempfänger und Antragstellung

Antragsberechtigt sind gemeinnützige Vereine und Einzelpersonen.

Mehrere Einzelpersonen (Gruppen) können Sammelanträge stellen; bei eingetragenen Vereinen ist der Antrag von der bzw. von dem Vertretungsberechtigten des Vereins zu stellen.

Zuschüsse für Incoming-Projekte müssen von einer brandenburgischen Organisation für ihre ausländischen Partnerinnen und Partner beantragt werden.

Zur Antragstellung ist ein Antragsformular zu verwenden, das auf der Website der STIFTUNG NORD-SÜD-BRÜCKEN zur Verfügung gestellt wird (www.nord-sued-bruecken.de).

Anträge, die keine ausreichenden Angaben enthalten, können von der STIFTUNG NORD-SÜD-BRÜCKEN abgelehnt oder zurückgestellt werden. Anträge können auch dann abgelehnt oder zurückgestellt werden, wenn für die Durchführung des Programms keine Haushaltsmittel mehr zur Verfügung stehen

2.4. Zuwendungsvoraussetzungen

Ein Antrag auf Förderung muss mindestens drei Monate vor Reisebeginn gestellt werden. Eine nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen.

Gefördert werden Jugendliche im Alter zwischen 18 und 27 Jahren, die ihren Wohnsitz in Brandenburg haben und in einem außereuropäischen Entwicklungsland (DAC-Liste der OECD) einen Lern- und Arbeitsaufenthalt durchführen wollen.

Werden Gruppen von Erwachsenen begleitet, können auch Jugendliche gefördert werden, die zwischen 14 und 18 Jahre alt sind. Der Antragsteller muss in diesem Falle jedoch nachweisen, dass alle gesetzlichen Auflagen für Reisen erfüllt sind und dass die Übernahme und Ausübung der Aufsichtspflicht gegenüber den Minderjährigen gesichert ist.

Die Antragstellerin bzw. der Antragsteller muss den Nachweis erbringen, dass der Aufenthalt im Gastland bei einer gemeinwohlorientierten Organisation stattfindet. Der Nachweis des Einsatzplatzes erfolgt in der Regel durch eine Einladung der Partnerorganisation.

Im Rahmen einer Rückbegegnung (incoming-Projekt) können Jugendliche zwischen 18 und 27 Jahren aus den oben genannten Ländern eine Förderung erhalten, die Partnerin bzw. Partner von brandenburgischen Projekten sind. Voraussetzung ist, dass sie in einem Bildungs-, Jugend- oder Sozialprojekt der Partner in Brandenburg mitarbeiten.

Sowohl bei Outgoing- als auch bei Incoming-Projekten ist vom Antragsteller bzw. von der Antragstellerin ein qualifiziertes Programm vorzulegen, das den Begegnungs-, Lern– und Arbeitscharakter des Projektes verdeutlicht. Bei Incoming-Projekten ist der Antragsteller bzw. die Antragstellerin für die Betreuung und Unterbringung des/der Jugendlichen verantwortlich. Die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Partnerlandes sind zu berücksichtigen.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller müssen Art, Umfang und Ziel der geplanten praktischen Mitarbeit schildern und diese Angaben nach der Reise - in geeigneter Form - belegen. Für die Auswahl der besuchten Regionen und des Partners sowie für den Ablauf der Reise sind die Zuschussempfängerinnen bzw. Zuschussempfänger ausschließlich selbst verantwortlich.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller müssen Eigenleistungen erbringen. Sie müssen die Begegnung aus eigener Initiative vorbereiten und den Auslandsaufenthalt bzw. den Incoming-Besuch inhaltlich und organisatorisch planen. Die Organisation des Fluges bzw. der Fahrt und die Beachtung der Bestimmungen auch zu Pass- und Zollfragen liegen in der Verantwortung der Antragstellerin, bzw. des Antragstellers. Dies gilt auch für die Organisation und Finanzierung der Unterbringung während des Auslandsaufenthalts bzw. des Aufenthaltes von Jugendlichen aus Partnerorganisationen in Brandenburg sowie für die durch die Pauschalen nicht gedeckten Kosten.

Die Abwicklung der Visaangelegenheiten obliegt ebenfalls der Antragstellerin bzw. dem Antragsteller.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller müssen Grundkenntnisse in der bzw. in einer der Landes- bzw. Verkehrssprache(n) der Zielregion nachweisen. Bei Gruppenreisen muss mindestens eine Person über die erforderlichen Sprachkenntnisse verfügen.

2.5. Was kann gefördert werden?

Arbeits- und Lernaufenthalte

Der Arbeits- und Lernaufenthalt muss in einem außereuropäischen Entwicklungsland (DAC-Liste der OECD) bzw. im Land Brandenburg stattfinden.

Die Aufenthaltsdauer im Projektland muss mindestens drei Wochen betragen und sollte in der Regel 12 Wochen nicht überschreiten. In dieser Zeit sollen die Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer überwiegend in einem konkreten Projekt mitarbeiten und im Umfeld des Projektes wohnen. Bei Gruppenreisen ist anstelle der Mitarbeit in einem konkreten Projekt auch die Teilnahme an Seminaren und Workshops zulässig, sofern diese eine Begegnung mit Jugendlichen des Gastlandes ermöglichen.

Bei Gruppenreisen werden max. fünf Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer gefördert. Die Größe der Gruppen soll 10 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer nicht überschreiten. Dabei kann eine verantwortliche Leiterin bzw. ein verantwortlicher Leiter genannt werden, die, bzw. der älter als 27 Jahre ist und eine Qualifikation für die internationale Jugendarbeit oder als Jugendleiterin bzw. als Jugendleiter hat. Begründete Ausnahmen vom oben genannten Mindestalter sind möglich.

Die Landesregierung zahlt einen Zuschuss zu den entstehenden Kosten, ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.

Vor- und Nachbereitung

Seminare bzw. Workshops zur Vor- und Nachbereitung eines Arbeits- und Lernaufenthaltes können gefördert werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms sollen auf ihren Arbeits- und Lernaufenthalt vorbereitet werden. Hierzu gehören Vorbereitungsseminare bzw. –treffen, die Grundkenntnisse in Globalem Lernen und in der Landessprache bzw. in der vor Ort gesprochenen Verkehrssprache vermitteln. Darüber hinaus soll interkulturelles Lernen schon im Vorfeld vermittelt und z.B. in Workshops erprobt werden.

Bei Gruppen sind als Mindestvorbereitung in der Regel zwei Wochenendseminare vorzusehen. Bei Einzelreisenden sollte die Vorbereitung mindestens neun Stunden betragen.

Um die Nachhaltigkeit der Begegnung zu fördern, soll dem Aufenthalt bei der ausländischen Partnerorganisation auch ein Nachbereitungsseminar folgen. Hier soll besonderes Augenmerk auf die Multiplikationsrolle der Rückkehrenden gerichtet werden, um auch in der Folgezeit Globales Lernen in den jeweiligen Strukturen von jungen Menschen in der Region zu sichern.

Die Vor- und Nachbereitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer muss im Antrag beschrieben werden, um eine sachgerechte Entscheidung über die eingehenden Anträge zu ermöglichen. Sie muss darüber hinaus auch im Sachbericht der Rückkehrerinnen und Rückkehrer nachgewiesen werden.

Die Vor- und Nachbereitung von EinzelantragstellerInnen wird in der Regel von der Stiftung Nord-Süd-Brücken sichergestellt.

Die Stiftung Nord-Süd-Brücken kann AntragstellerInnen auffordern, Vor- und Nachbereitungsseminare der Stiftung NSB wahrzunehmen.

2.6. Art, Berechnung und Höhe der Zuschüsse?

Reisekosten

Die Antragstellerinnen und Antragsteller erhalten die Zuschüsse für die Reisekosten grundsätzlich nur zur Teilfinanzierung des Gesamtreiseprojektes, und zwar in Form von Festbeträgen. Erhalten die Antragstellerinnen bzw. Antragsteller von anderen öffentlichen Stellen zusätzliche Zuschüsse, so können die Zuschüsse aus dem Programm "Jugend für Entwicklungszusammenarbeit" angemessen gekürzt werden.

Die Programmteilnehmerinnen und -teilnehmer erhalten Zuschüsse zu den Kosten für die Anreise zum Projektort und für die Heimreise. Zu den förderfähigen Kosten gehören auch Ausgaben für Visa, Impfungen und Versicherungen.

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Zone, in der der Zielort liegt

Zone A

nördliches Afrika, Naher Osten

EUR

600,00

Zone B

subsaharisches Afrika

EUR

1.000,00

Zone C

Asien

EUR

1.100,00

Zone D

Südamerika

EUR

1.200,00

Zone E

Mittelamerika/Karibik

EUR

1.100,00

Zone F

Ozeanien

EUR

1.300,00

Für Incoming-Besuche wird sinnentsprechend in der Gegenrichtung verfahren.

Kosten der Vor- und Nachbereitung

Für die Vor – und Nachbereitung gelten folgende Höchstbeträge:

Vorbereitung

Einzelpersonen

Drei Treffen/jeweils drei Stunden

360,00

Kleingruppen (bis zu 15 Personen)

2 Wochenendseminare (insgesamt)

1280,00

Nachbereitung

Einzelpersonen

Ein dreistündiges Treffen

120,00

Kleingruppen (bis zu 15 Personen)

1 Wochenendseminar (insgesamt)

640,00

Nicht verbrauchte Mittel für die Vor- und Nachbereitung sind zurückzuerstatten.

2.9. Auszahlung der Zuschüsse

In der Regel können drei Viertel des bewilligten Zuschusses vor Reiseantritt bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken abgerufen werden, dabei ist eine Verausgabungsfrist von höchstens zwei Monaten einzuhalten. Der Restbetrag wird überwiesen wenn folgende Unterlagen vorgelegt worden sind:

-              ein aussagekräftiger Abschlussbericht mit Darstellung der praktischen Mitarbeit,

-              eine Bescheinigung der Leiterin bzw. des Leiters des Entwicklungsprojektes im Gastland über den Einsatz im Projekt.

Wurde der Antrag von einem Verein gestellt, wird der Förderbetrag ausschließlich an den antragstellenden Träger ausgezahlt.

2.10. Wie verpflichten sich die Zuschussempfängerinnen und –empfänger?

Bei der Antragstellung verpflichten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Zuschüsse ausschließlich für die im Programm "Jugend für Entwicklungszusammenarbeit" festgelegten Zwecke zu verwenden. Ferner verpflichten sie sich gegenüber der STIFTUNG NORD-SÜD-BRÜCKEN, innerhalb von vier Wochen nach Abschluss der Begegnungsreise einen ausführlichen Bericht und eine Bescheinigung der Leiterin oder des Leiters des Projektes vorzulegen, aus der sich ergibt, dass die Zuschussempfängerin oder der Zuschussempfänger dort mitgearbeitet und im Umfeld der Maßnahme gelebt hat.

Werden die Nachweise nicht bzw. nicht rechtzeitig erbracht, so werden die Zuschüsse in voller Höhe zurückgefordert. Die Verpflichtung wird für die Antragstellerinnen und Antragsteller mit der Auszahlung des Zuschusses bzw. eines ersten Teilbetrages durch die STIFTUNG NORD-SÜD-BRÜCKEN bindend.

 
 
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