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weltwärts-Praxisworkshop

Zukunftswerkstatt Rückkehrerarbeit

- Ein Rückblick auf den weltwärts Praxisworkshop „Zukunftswerkstatt Rückkehrerarbeit“ am 12.7.2011 in der Alten Feuerwache -

Seit dem letzten Praxisworkshop der servicestelle weltwärts zum Thema Rückkehrerarbeit im Frühjahr 2010 sind mehrere tausend Freiwillige aus ihrem Freiwilligendienst zurück gekehrt. Mit der steigenden Anzahl der RückkehrerInnen gewinnt auch die Frage nach der Wirksamkeit zunehmend an Bedeutung.

Neben dem noch recht abstrakten Konzept zur Rückkehrarbeit gibt es noch wenig Klarheit darüber, was erfolgreiche Rückkehrerarbeit ausmacht und wie sich das Engagement von ehemaligen Freiwilligen unterstützen, qualifizieren und messen lässt. Aus diesem Grund hat die servicestelle weltwärts in der Stiftung Nord-Süd-Brücken erneut im Rahmen eines Praxisworkshops relevante Akteure für die Rückkehrerarbeit zusammengebracht und in einer eintägigen Zukunftswerkstatt gemeinsam die Zukunft erfolgreicher Rückkehrarbeit diskutiert.

Der Praxisworkshop „Zukunftswerkstatt Rückkehrerarbeit“ wurde von 27 Teilnehmern mit verschiedensten „Herkünften“ besucht. So nahmen RückkehrerInnen, VertreterInnen von Entsendeorganisationen sowie Akteure der entwicklungspolitischen Arbeit in den ostdeutschen Ländern an der Werkstatt teil. Im Vordergrund standen die Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Akteure der Rückkehrerarbeit und mögliche Strategien zur Umsetzung. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Rückkehrerarbeit einen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Arbeit im Inland leisten kann und unbedingt ausgebaut werden sollte.

Probleme und Hindernisse für RückkehrerInnenarbeit

Im Workshop wurde eine Reihe von Problemen und Hindernissen herausgearbeitet, die dazu führen, dass potentielles Engagement bisher nicht zum Tragen kommt. Von der Seite der RückkehrerInnen wurde ein großer Bedarf für die Vernetzung der Rückkehrer aber auch der einzelnen Akteure untereinander genannt. Ebenso wurde geäußert, dass man sich mehr Angebote der Rückkehrerarbeit und Unterstützung durch die Entsendeorganisationen wünsche. Ein wesentliches Hindernis für das Engagement stellt die Bürokratie und organisatorische Anbindung an Entsendeorganisationen
oder Vereine dar. Wenn RückkehrerInnen sich einen Träger für ihre Projekte suchen und mehrere Monate vorher Gelder für Aktionen beantragen müssen, vergeht zur eigentlichen Aktion schnell die Lust.

Die VertreterInnen von Entsendeorganisationen problematisierten, dass sie nicht ausreichend Wissen darüber haben, ob und wie sich die ehemaligen TeilnehmerInnen engagieren. Interessant sei insbesondere mehr über den Anteil von Freiwilligen zu wissen, die sich im Nachhinein nicht oder bei anderen Organisationen engagieren. Hier gebe es noch ein „schwarzes Loch“
zu ergründen. Zu diesen Freiwilligen, die sich nicht engagieren konnten die anwesenden engagierten RückkehrerInnen wenig sagen. Thematisiert wurde von der Seite der Entsendeorganisationsvertreter auch, welches Engagement von den Rückkehrern denn gefordert sei. So bestehe neben der Frage, ob sich die Freiwilligen überhaupt engagieren die bisher nicht gelöste Frage, welche Anforderung an ihr entwicklungspolitisches Engagement zu stellen sei.

Für die Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit besteht die größte Schwierigkeit im Zugang zu den RückkehrerInnen. Diese stellen eine attraktive organisationsperspektivische Zielgruppe dar, jedoch ist es für die nicht direkt am Entsendeprogramm beteiligten Organisationen schwer herauszufinden, wie die RückkehrerInnen angesprochen werden können und welche Bedürfnisse sie haben. Vereinzelt treten ehemalige weltwärts-Teilnehmer bereits an Organisationen heran, aber der große
Ansturm auf die Organisationen ist bisher noch ausgeblieben. Aus entwicklungspolitischer Perspektive wurde in qualitativer Hinsicht thematisiert, was von den RückkehrerInnen nach ihrer Rückkehr bereits erwartet werden kann.

Nach der ausführlichen Problembeschreibung stellten sich 3 Beispiele aus der Arbeit von und mit RückkehrerInnen vor, damit die TeilnehmerInnen auch einen praktischen Einblick gewinnen konnten. Die drei Beispiele deckten das Engagement aus den drei anwesenden Akteursgruppen ab:

  • das Projekt Sinnfragen als ein von Freiwilligen organisiertes Projekt
  • das Multiplikatorenprogramm von Arche NoVa als Projekt einer Entsendeorganisation
  • das offene Netzwerktreffen von SODI als Möglichkeit für RückkehrerInnen sich regelmäßig zu entwicklungspolitischen Themen zu treffen, zu qualifizieren und Aktionen zu entwickeln

In ihrem in die Zukunft gerichteten Ausblick auf 2038 – 30 Jahre nach dem Start des Förderprogramms - waren sich die Teilnehmenden einig, dass die RückkehrerInnen ein großes Potential für den gesellschaftlich notwendigen Wissenstransfer von Süd nach Nord in sich tragen. Da nach der einhelligen Prognose im Jahr 2038 das bisher noch fehlende Reverse-Programm lange eingeführt sein wird, verstärkt sich die Funktion des fruchtbaren Austauschs und die Wirksamkeit des Programms noch einmal.

Veränderungsbedarf und konkrete Projekte

Mit Blick auf die notwendigen Veränderungen für mehr Engagement und mehr Wirkung bestand Einigkeit darüber,

  • dass die Vernetzung aller an der RückehrerInnenarbeit beteiligten Gruppen untereinander sowohl regional als auch über eine Internet-Plattform verbessert werden müsse
  • dass die Freiwilligen bereits vor dem Freiwilligendienst besser für entwicklungspolitische Themen und die Rückkehrerarbeit sensibilisiert werden müssen und
  • dass überprüft werden solle, ob die bürokratischen Hürden für die Rückkehrerarbeit verringert werden könnten

Nicht ganz geklärt werden konnte, wie mehr als die ohnehin tendenziell engagierten RückkehrerInnen erreicht werden können und ob es Ziel sein müsse alle ehemaligen TeilnehmerInnen direkt einzubeziehen.

Im Verlauf des Praxisworkshops haben sich anhand der kommunizierten Bedürfnisse der verschieden Akteure konkrete Ergebnisse herauskristallisiert. Es wurden Kontakte geknüpft und gemeinsame Projekte geplant. Ein regelmäßiges trägerübergreifendes Treffen soll in Berlin erprobt werden und Rückkehrer, Vertreter von Entsendeorganisationen und
entwicklungspolitische NROs vernetzen.
Auch die Akteure aus Sachsen planten gemeinsame Aktionen zur Stärkung der Bekanntheit von weltwärts in der Region. Außerdem soll die gemeinsame Idee einer zivilgesellschaftlich getragenen trägerübergreifenden Rückkehrerarbeit-Internetplattform unterstützt werden.

Fazit

Die rege Beteiligung an den Diskussionen und das große Interesse an der Thematik haben gezeigt, dass die Potentiale für das Engagement bei allen Akteuren groß sind. Mit dem Praxisworkshop konnte bereits ein Beitrag zur Vernetzung auf dem Bereich der Rückkehrerarbeit und Anstoss für einige trägerübergreifende Projekte gegeben werden. Die Stiftung Nord-Süd-Brücken wird mit der servicestelle weltwärts diesen Prozess weiter begleiten und nach Kräften unterstützen, um die Entfaltung entwicklungspolitischer Aktivitäten im Rahmen der Rückkehrerarbeit zu fördern.

Lydia Reichelt und Jan Wenzel

 
 
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