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Entwicklungspolitik heißt Antirassismus!

Entwicklungspolitik heißt konsequenter Antirassismus!

Aufruf zum Weiterleiten, Mobilisieren und Selbermachen

Nach 1990 entstand in Ostdeutschland eine entwicklungspolitische Szene mit Gruppen und Nichtregierungsorganisationen. Diese waren sich einig, dass die deutsche Vereinigung nicht zu Lasten der Solidarität mit Menschen, Initiativen und Bewegungen in Afrika, Asien und Lateinamerika gehen darf. Vielmehr sollten - von der Basis ausgehend - Unterstützung, Zusammenarbeit und Begegnung mit Partnern aus den Ländern des Globalen Südens befördert werden. Dies war auch ein Motiv zur Gründung der Stiftung Nord-Süd-Brücken, die 1994 aus dem Entwicklungspolitischen Runden Tisch hervor ging.

Eine zivilgesellschaftliche Antwort auf die rassistischen Morde in Eberswalde, Solingen und Lübeck, die rassistische Gewalt und Hetze von Rostock, Hoyerswerda und anderswo in Deutschland in den 90er Jahren war die Gründung und Förderung weiterer entwicklungspolitischer Initiativen, die sich für Toleranz, Erfahrungsaustausch und das gemeinsame Lernen in der Einen Welt engagierten.

Die auf Abschreckung und Abschottung setzende und mittlerweile vollständig diskreditierte Europäische Flüchtlingspolitik verantwortet zu großen Teilen die sich seit Jahren vollziehenden menschlichen Tragödien und humanitäre Katastrophe im Mittelmeer. Europa schaute sehr lange zu und weg, als Tausende geflüchteter und verzweifelter Männer, Frauen und Kinder im Mittelmeer ertranken oder auf anderen Fluchtwegen in Containern erstickten. Hinzu kommen in Deutschland und Europa blinder Hass, Rassismus und Gewalt gegen  Menschen, die u.a. geflohen sind vor politischen, ökonomischen, militärischen und klimatischen Bedingungen, die Europa mitverursacht hat, oder gegen jene,  die nicht zur Mehrheit gehören und als andersartig eingestuft werden.

In dieser Situation sagen wir klar und deutlich: Die Menschen, die alles aufgeben (müssen) und auf diesen mörderischen Wegen verzweifelt zu uns kommen, verdienen unsere uneingeschränkte Solidarität, Unterstützung und Mitmenschlichkeit sowie die Perspektive auf ein gesichertes Leben, wie es den meisten von uns hierzulande selbstverständlich ist. Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen machen uns gerade in den Willkommens- und Flüchtlingsinitiativen, als selbstorganisierte Flüchtlinge und Migrant/innen, auf antirassistischen Demonstrationen und als Privatpersonen auf beeindruckende Weise vor, dass man/frau handeln kann.

Wir rufen dazu auf, dass
  • sich alle entwicklungspolitisch Engagierten kurzfristig, praktisch und öffentlich sichtbar mit Geflüchteten solidarisch zeigen und z.B. die Geflüchteten und Flüchtlingsheime schützen. Es gibt hier viele Beispiele: Sich mit lokalen Willkommensinitiativen vernetzen, um  sich austauschen und zu erfahren, welche Unterstützung nötig ist. Begleitung von Flüchtlingen bei Behördengängen, Unterstützung und Angeboten von Sprach- und Computerkursen, Mentoring von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen.
  • Mehr Ideen finden sich auf

https://www.proasyl.de/shop/pi.php/Herzlich-Willkommen-Wie-man-sich-fuer-Fluechtlinge.html

http://wie-kann-ich-helfen.info/

  • alle entwicklungspolitischen Gruppen, Initiativen, NRO und Verbände ihre Bildungsarbeit intensivieren und in Schulen, Jugendheimen, Behörden, Gemeinden und Kommunen - insbesondere im ländlichen Raum – über Fluchtursachen und deren Beseitigung, über Kolonialismus, Rassismus und Ungleichheit aufklären. Sie sollen verstärkt Geflüchtete, Migrant/innen oder Menschen mit Migrationsgeschichte als Referent/innen einsetzen. Gleichzeitig soll verstärkt der Mehrwert einer vielfältigen,  offenen und solidarischen Gesellschaft vermittelt und dargelegt werden.
  • alle entwicklungspolitischen Organisationen für sich überprüfen, wie antirassistische und antifaschistische Initiativen, Migrantisch-Diasporische Organisationen (MDO) und selbstorganisierte Flüchtlinge bei ihrem mutigen Engagement gegen Rassismus politisch, praktisch, logistisch, strukturell, personell und/oder materiell unterstützt werden können. Konkret kann dies u.a. bedeuten, sich klar und eindeutig öffentlich gegen Rassismus zu positionieren, antirassistische Demonstrationen in großen und kleinen Orten mit vielen Personen und eindeutigen Aussagen/Plakaten zu stärken und sich Rassisten und Neonazis entgegenzustellen. Oder die Politiker/innen des eigenen Wahlkreises dazu aufrufen, sich konsequent gegen rassistische Hetze einzusetzen.
Wir fordern
  • die Bundesländer bzw. die zuständigen Ministerien, das BMZ sowie zivilgesellschaftliche Förderer dazu auf, mehr Projekte und im höheren Umfang als bislang zu fördern, in denen die gemeinsame Schnittmenge von Entwicklungspolitik und Antirassismus bearbeitet werden. Insbesondere fordern wir die genannten Institutionen dazu auf, Migrantisch-Diasporischen Organisationen (MDO), die sich in der Entwicklungspolitik bereits engagieren, deutlich besser auszustatten, zu fördern und zu begleiten. Denn deren Beiträge können gegenwärtig besonders wirkungsvoll die Bedeutung einer inklusiven Gesellschaft vermitteln.
  • die Bundesregierung und Europäische Union auf, eine grundsätzlich andere Flüchtlings- und Migrationspolitik zu entwickeln, die die Menschen mit ihren Bedürfnissen, Rechten und Potenzialen in den Mittelpunkt stellt.
Für die Unterstützung von entsprechenden solidarischen Aktionen von ostdeutschen und Berliner Vereinen und Initiativen stellt die Stiftung Nord-Süd-Brücken einen Fördertopf für Sachkosten in Höhe von 10.000 € bereit. Darüber hinaus hat der BER e.V. für Berliner Vereine und Initiativen zusätzlich 3.000 € bereitgestellt.  
Fördermodalitäten für den Fonds

Alle weiteren Infos hierzu gibt es unter 030 – 42 85 13 85

 Eure/Ihre Stiftung Nord-Süd-Brücken

 
 
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Kontakt

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Greifswalder Str. 33a
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Tel: +49 30 42 85 13 85
Fax: +49 30 42 85 13 86
info@nord-sued-bruecken.de
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