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Vermögensverwaltung 2011

Wer Geld hat, hat auch Sorgen – Risiken in der Vermögensanlage

Das Jahr 2011 hat die Stiftung mit einem knappen Überschuss in der Vermögensverwaltung beendet. Unter dem Strich blieben gerade einmal 34 T€ stehen. Dabei sind die Einnahmen mit 551 T€ (Vorjahr: 598 T€) relativ stabil geblieben. Rechnet man die Zuschreibungen auf die Wertpapiere hinzu, betragen die Mindereinnahmen sogar nur knapp 11 T€.

Problematisch war die Entwicklung auf der Aufwandsseite. Mit Kosten für die Anlage und Verwaltung des Stiftungsvermögens in Höhe von 21 T€, von denen 20 T€ das geplante Projekt Global Village betrafen, war die Stiftung in diesem Bereich sparsam wie eh und je. Dafür waren 2011 die Abschreibungen wieder auf einem Niveau wie zuletzt 2008. Es mussten 533 T€ auf Wertpapiere abgeschrieben werden, da deren Kurswert am 31.12.2011 niedriger lag als ihre Anschaffungskosten.

Den größten Posten nimmt dabei mit 283 T€ die Abschreibung auf eine Anleihe von Griechenland mit einem Nominalwertvon 350 T€ ein. Diese Anleihe hatte die Stiftung 2005 erworben, derZinssatz betrug 3,7%, die Rendite des Papiers für die Stiftung wäre bei normalem Verlauf 3,5% gewesen. Wegen des vermutlichen Zahlungsausfalls Griechenlands musste die Anleihe auf den Kurs von 19 % am Jahresende abgeschrieben werden.

Als der Vorstand 2005 den Beschluss zum Kauf dieser Anleihe getroffen hat, wurde Griechenland von den Ratingagenturen mit A bewertet, die 10-jährige Anleihe passte gut in die Laufzeitstruktur der anderen Anleihen der Stiftung. Negative ethische Aspekte wurden thematisiert, aber da Griechenland weder die Todesstrafe kennt, über keine Atomenergie und Kernwaffen verfügte und sich nicht direkt am Irakkrieg beteiligt hat, sah der Vorstand zum damaligen Zeitpunkt keine hinreichenden negativen ethischen Gründe. Erst im Oktober 2009 veröffentlichte die griechische Regierung Zahlen über die tatsächliche öffentliche Verschuldung des Landes und unmittelbar darauf begann der allmähliche Wertverfall der Anleihe. Der Vorstand beriet in der Folgezeit des Öfteren über die Frage, ob die Anleihe verkauft und der eingetretene Verlust realisiert werden sollte. Da ein Totalausfall eines Eurolandes aber unvorstellbar schien, blieb die Anleihe im Depot und wird nun 2012 durch die Umschuldung in verschiedene andere Anleihen mit Verlust getauscht werden.

Die griechische Anleihe ist aber nur für die Hälfte der Abschreibungen verantwortlich. Analysiert man die Abschreibungen in den anderen Vermögensklassen, zeigt sich, dass außerdem noch die Einzelaktien und Aktienfonds die größten Wertverluste hinnehmen mussten.

Die einzelnen Ergebnisbeiträge der Vermögensklassen zeigen die folgende Tabelle und Grafik:

Bei den Einzelaktien waren es vor allem die am Jahresanfang erworbenen Titel aus dem Umweltaktienbereich wie Vestas (Windanlagen), Suntech (Solar), aber auch schon länger im Depot liegende Titel von Solarworld und Q-Cells, die relativ gesehen, die schlechteste Performance hatten. Ebenso verlor der New Power Fund von Sarasin 22%, was eine Abschreibungvon rund 45 T€ zur Folge hatte. Hier hat die Politik mit ihrer Kürzung der Einspeisevergütung und Schwächung des Umfelds der erneuerbaren Energien, direkte Konsequenzen für die Vermögensanlage der Stiftung gehabt.

Der Aktienanteil ist daher im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken und liegt bei14,3% (Vj. 15,3%).

Es tröstet wenig, dass auch die professionellen Akteure der Finanzwelt Einbußen hinnehmen mussten. So sank der DAX im Jahresverlauf um knapp 16%, der TecDAX um 20%. Die Umlaufrendite, die bereits im Vorjahr historische Tiefstände erreicht hatte, halbierte sich fast und sank von 2,55% auf 1,46%. 1990 lag dieser Wert noch bei über 8% und man fragt sich, wie Staat und Wirtschaft diese Zinslast damals tragen konnten.

Um die Gesamtausgaben der Stiftung 2011 finanzieren zu können, wurde die Abschreibung auf die griechische Anleihe aus der Rücklage,die die Stiftung in den Vorjahren vorsorglich aus Kursgewinnen und Zuschreibungen aufgebaut hat, finanziert.

Das Stiftungsvermögen ist in voller Höhe erhalten und betrug zum Jahresende (Finanzanlagen nach Kurswerten und Guthaben bei Banken) 18.073 Mio. €. Es übersteigt damit das nominale Stiftungskapital um 1,224 Mio. €. Um weitere Risiken auffangen zu können, verfügt die Stiftung bilanziell noch über Rücklagen in Höhe von 821 T€. Diese dienen gleichzeitig als Inflationsausgleich für das Stiftungsvermögen. Der Inflationsausgleich für das laufende Jahr, die Inflationsrate betrug 2,3%, ist allerdings nicht gelungen. Dafür wäre eine Rücklage von 388 T€ notwendig gewesen. Die Lücke zwischen dem tatsächlichen Stiftungsvermögen und dem erstrebenswerten Vermögen mit Inflationsausgleich ist damit auf 3,2 Mio. € gestiegen.

Der Vorstand hat sich in seinen Beratungen zur Vermögensanlage vor allem mit Fragen der Neuanlage von Stiftungskapital, dem Entwurf und der Umsetzung der Anlagerichtlinie sowie dem Projekt Global Village befasst.

Die Neuanlage von Stiftungskapital war nötig, da fünf Anleihen mit einem Nominalbetrag von 1,25 Mio. fällig wurden. Die Mittel wurden für ein Darlehen an eine Hausgruppe, eine Anleihe der Rabobank sowie einen Genussschein im Bereich der erneuerbaren Energien verwendet. Ein weiteres Darlehen wurde beschlossen, die Mittel werden aber erst 2012 benötigt. Des Weiteren wurden einige Aktien aus dem Global-Challenge-Index erworben.

Im April hat der Stiftungsrat, die vom Vorstand vorgeschlagene neue Anlagerichtlinie beschlossen. Diese schließt zukünftig die Investition in ethisch bedenkliche Wertpapiere aus und enthält sowohl Negativ- als auch Positivkriterien. Eine Anpassung des Stiftungsportfolios soll in den nächsten Jahren erfolgen. Der Vorstand hat sich daher auch mit der Frage befasst, welche Wertpapiere umgeschichtet werden müssen und zu welchem Zeitpunkt. Ethisch bedenkliche Wertpapiere, die die Stiftung im Vermögen hält, sollen nicht voreilig mit Verlust verkauft werden. Auf der website der Stiftung sind die Wertpapiere der Stiftung inzwischen mit einer ethischen Einschätzung veröffentlicht. Die Stiftung möchte damit einen Beitrag zur Transparenz leisten, verbindet damit aber auch die Hoffnung, Hinweise der kritischen Öffentlichkeit auf unethische Anlagen zu erhalten.

Die bewährte Kooperation der Stiftung mit den Kritischen AktionärInnen und dem Inkota-netzwerk e.V. für die Nutzung der Stimmrechte wurde unverändert fortgesetzt. Die Kritischen AktionärInnen vertraten für die Stiftung die Stimmrechte von E.On, Allianz, Deutsche Bank, BMW, K+S und Continental, das Inkota-netzwerk e.V. nutzte die Stimmrechte von adidas und Puma.

Ein Schwerpunkt der Beratungen im Vorstand war das Projekt Global Village, bei dem die Stiftung gemeinsam mit dem gleichnamigen Berliner Verein eine Immobilie zur Nutzung durch die Nichtregierungsorganisationen errichten will. Hierfür wurden verschiedene Finanzierungsszenarien erarbeitet, Haftungsfragen besprochen und Betreiberkonzepte entwickelt und geprüft. Das Projekt wird 2012 fortgesetzt.

 
 
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