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Vermögensverwaltung 2015

Auf zu neuen Ufern

Für die Stiftung hat sich die Situation an den Kapitalmärkten weiter verschlechtert. Die niedrigen Zinsen bedeuten eine schlechtere Ertragslage für die Stiftung. So beliefen sich die ordentlichen Erträge nur noch auf 361 T€ und liegen damit 50 T€ niedriger als 2014. Zudem fielen die Erträge aus Beteiligungen weg, da der BFS-Mezzanine-Fonds (Sozialimmobilien) im Februar planmäßig zurückgezahlt wurde und keine neue vergleichbar sichere Beteiligung gefunden werden konnte.

Da zugleich die Aufwendungen in der Vermögensverwaltung um 122 T€ höher als in den Vorjahren waren, ist der Überschuss in der Vermögensverwaltung um 137 T€ auf 334 T€ gesunken. Von Ausnahmen in den Jahren 2002, 2008 und 2011 abgesehen, konnte die Vermögensverwaltung somit nur noch ungefähr die Hälfte des sonst üblichen Betrages zur ideellen Arbeit der Stiftung bzw. zur institutionellen Stärkung beitragen. Dieser Beitrag lag im Rahmen des Geplanten und hat daher keine negativen Auswirkungen auf das Stiftungsgeschäft. Der Überschuss in der Vermögensverwaltung entspricht damit rund 1,9% Ertrag bezogen auf das Stiftungskapital.

Verbessert wurde das Ergebnis durch einen außerordentlichen Buchgewinn beim Verkauf von adidas-Aktien. Diese wurden ursprünglich erworben, um die Stimmrechte nutzen zu können. Da sich die Situation mit der Gründung des Bündnisses für nachhaltige Textilien inzwischen aber grundlegend geändert hat, war ein Halten der Aktien nicht mehr erforderlich und die Papiere wurden mit einem guten Gewinn verkauft.

Die Zu- und Abschreibungen bei den Aktien glichen sich in etwa aus. Eine höhere Abschreibung fiel durch den Verkauf der Immobilie in einem geschlossenen Immobilienfonds von Wölbern in Österreich an. Die Stiftung erhielt hier 40% des Nominalbetrages zurück, weitere knapp 40% hatte die Stiftung bereits als Ausschüttungen erhalten. Die Stiftung beteiligt sich als Anleger mit weiteren 10% der Anteilssumme an einem Klageprozess der Fondsgesellschaft. Über eine spezialisierte Anwaltskanzlei wurde geprüft, ob eine eigene Klage sinnvoll ist, aber aufgrund des geringen tatsächlichen Schadens, Schwierigkeiten der Nachweisführung für Fehlberatung und der hohen Kosten wurde eine Klage nicht empfohlen. Der Inhaber von wölbern Invest wurde inzwischen wegen Veruntreuung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt, eine Revision vor dem BGH steht aus. Die Stiftung hatte mit ihrem Investment mit rund 10% Verlust noch Glück, andere Fonds sind vollständig insolvent oder es musste sogar nachgezahlt werden.

Inhaltlich hat sich der Vorstand mit strukturellen Fragen des Stiftungskapitals, Alternativen zu festverzinslichen Wertpapieren, Immobilien und Erbbaurechten beschäftigt.

Im Vergleich zu den vergangenen 20 Jahren ist in der Vermögensstruktur eine erhebliche Verschiebung im Bereich der Anleihen festzustellen, da deren Anteil immer weiter sinkt. Vor einigen Jahren noch bei 50%, sind jetzt nur noch 18% Anleihen im Depot und Aussichten, dass sich dieser Anteil wesentlich erhöhen wird, gibt es nicht. Hintergrund ist die schlechte Verzinsung von Anleihen und Pfandbriefen und ein Anstieg der Zinsen ist nicht absehbar. Das Anlagevehikel Anleihe wird daher über kurz oder lang eine noch geringere Rolle spielen und es ist die Frage, wodurch es ersetzt werden kann.

Tabelle: Veränderung der Anlageklassen zwischen 2006–2015

Veränderung der Anlageklassen 2006-2015

Neben Immobilien und Erbbaurechten wurden vor allem mit einem ethischen Rating unterlegte Mischfonds (z.B. in Form von Stiftungsfonds) als geeignet eingestuft. Deren maximaler Anteil an der Struktur wurde daher bis auf 60% angehoben. Mit dieser Anlageform kann auch ein gewisser Aktienanteil abgebildet werden, der sich aber bei Verlusten weniger auf das Stiftungskapital auswirkt als bei einer Direktinvestition. Zudem ist eine breitere Streuung in verschiedene Anleihen möglich.

Diverse Fonds aus dem Bereich wurden verglichen und bewertet. Im Ergebnis wurde ein Mischfonds (KUC-Fonds) aufgestockt und ein weiterer für die Anlage geeigneter ethischer und nachhaltiger Mischfonds (Triodos Sustainable Mix) ausgewählt und zum Kauf vorgemerkt.

Des Weiteren wurde eine von der gls-Bank angebotene Inhaberschuldverschreibung des Green for Growth Fund, Southeast Europe SA erworben, die Energieeffizienz-Maßnahmen und Erneuerbare Energien in Südosteuropa finanziert. Es handelt sich um eine Öffentlich-Private Partnerschaft zwischen diversen europäischen Entwicklungsbanken, dem BMZ und privaten Geldgebern. Die Beteiligung der öffentlichen Hand sorgt dafür, die Investitionen der privaten Geldgeber bis zu einem gewissen Grad vor Ausfällen zu schützen. Der Fonds enthält umfangreiche Positiv- und Negativkriterien zum Schutz von Mensch, Klima und Natur.

Themenschwerpunkt in der Vermögensverwaltung 2015 waren jedoch Immobilien und Erbbaurechte.

Auf Initiative einer Leipziger Elterngruppe von Menschen mit Behinderungen (Wohngemeinschaft Connewitz e. V.) hat die Stiftung in Leipzig ein Grundstück erworben und im Erbbaurecht an einen gemeinnützigen Projektträger des Wohnvorhabens weitergegeben. Die Wohngemeinschaft soll Menschen mit und ohne Behinderung selbstbestimmtes Wohnen und Leben ermöglichen und als Modellbeispiel für gelebte Inklusion in Leipzig dienen. Nach Renovierung und Umbau sollen die zukünftigen Bewohner/innen 2016 einziehen.

Weitere Aktivitäten waren die positive Vorprüfung zum Kauf eines Grundstücks in Brandenburg und Weitergabe im Erbbaurecht. Entsprechende Vertragsverhandlungen werden 2016 stattfinden und die Prüfung einer Beteiligung an drei Bauprojekten eines Berliner Immobilienentwicklers. Diese wurden aufgrund der Risiken für Bau und Vermarktung nicht weiter verfolgt.

Kurz vor Jahresende ergab sich dann noch ein Angebot zum Erwerb eines Berliner Industriegebäudes, das von Künstlern (Atelierhaus Mengerzeile e.V.) genutzt wird. Die Gebäudesubstanz, Altlasten und Verkehrswert wurden geprüft, Betriebs- und Finanzierungskonzepte erstellt, viele Gespräche mit dem Atelierhausverein, dem Eigentümer und Sachverständigen geführt. Da die Umsetzung dieses Vorhabens erhebliche liquide Mittel erfordert hätte, wurden einige Vermögensanlagen zurückgestellt. Die liquiden Mittel übersteigen mit einem Anteil von 19% am Vermögen daher zum Jahresende den vorgesehen Anteil von maximal 10%. Leider hat der Eigentümer Anfang 2016 beschlossen, das Projekt selbst weiter zu verfolgen und sein Verkaufsangebot zurückgezogen. Damit ist auch unklar, ob die Künstler/innen am Standort Treptow bleiben können.

Zum Stichtag 31.12. verfügte die Stiftung inkl. liquider Mittel (Sach- und Finanzanlagen nach Kurswerten und Guthaben bei Banken) über ein Vermögen von 19,831 Mio. €, womit das Stiftungsvermögen ungeschmälert erhalten ist.

Der Aktienanteil am Gesamtvermögen (einschließlich der in Mischfonds enthaltenen Aktien) liegt analog zum Vorjahr weiterhin bei rund 15,6%.

Die im Haushaltsjahr zugeflossenen Mittel aus endfälligen und verkauften Wertpapieren wurden nicht vollständig reinvestiert, es besteht ein Überhang von rund 220 T€. Da weitere Investitionen aus den Vorjahren offen sind, blieben die liquiden Mittel daher vergleichsweise hoch.

Da die Inflation 2015 mit 0,3% recht niedrig war, hat die Stiftung (gerechnet auf das nominale Stiftungskapital) mit der Einstellung von 117 T€ in die freie Rücklage eine ausreichend hohe Rücklage für den Inflationsausgleich gebildet.

Aufteilung der Finanzanlagen per 31.12.2015 nach Wertpapiertypen:

 
 
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