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Vermögensverwaltung 2012

Einstürzende Neubauten? – Chancen und Risiken des Immobilienmarktes

2012 war die Vermögensanlage der Stiftung im Wesentlichen vom Thema Immobilieninvestitionen geprägt.

Zum einen wurde das Projekt „Global Village“ weiter verfolgt. Ziel des Projektes war – gemeinsam mit dem von Berliner NRO getragenen Verein „Berlin Global Village e.V.“ – ein Eine-Welt-Zentrum zu errichten, in dem entwicklungspolitisch engagierte NRO langfristig günstig Büroräume und Veranstaltungsflächen nutzen können. Die Entwicklung dieses Projekts umfasste zahlreiche Aktivitäten wie Gespräche mit dem Stadtplanungsamt, die zur Beantragung eines Bauvorbescheides führten, Besprechungen mit einem Architekten zur Gebäudeplanung, Gespräche mit dem Staatssekretär der Senatswirtschaftsverwaltung und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die überwiegend gemeinsam mit BGV e.V. wahrgenommen wurden. Ein wichtiger Punkt war die Klärung, ob und wie die Engagement Global gGmbH, Flächen im Eine-Welt-Zentrum nutzen kann. Dies wurde jedoch von der Mitgliedschaft von Berlin Global Village mehrheitlich abgelehnt.

Darüberhinaus zeigte sich im weiteren Planungsprozess, dass Stiftung und BGV e.V. unterschiedliche Vorstellungen über die jeweilige Verantwortung und den Betrieb des Eine-Welt-Zentrums hatten, so dass zum Ende des Jahres deutlich wurde, dass eine Trägerschaft des Zentrums durch BGV gemeinsam mit der Stiftung den Bedürfnissen der Stiftung nach einer sicheren Vermögensanlage nicht ausreichend entspricht. Zu Beginn des Jahres 2013 hat der Vorstand daher beschlossen, das Vorhaben als Eigentümer und Träger des Zentrums nicht weiter zu verfolgen.

Zum anderen hat die Stiftung sich überwiegend mit der Finanzierung von Immobilien des Mietshäusersyndikats und vergleichbarer Akteure beschäftigt. Die Beschäftigung mit diesem Anlagesegment kommt nicht von ungefähr. Aufgrund der niedrigen Zentralbankzinsen ist mit relativ sicheren Anleihen kaum noch eine Rendite zu erzielen, die Finanzierung von Immobilienprojekten, die durch Grundbucheintragung relativ sicher sein sollten, hat sich daher als momentan geeignetste Anlageform für die Stiftung herausgestellt, da in Sachwerte investiert wird und regelmäßig Zinserträge erwirtschaftet werden.

Ein sinnvoller Nebeneffekt ist, dass die Stiftung mit dieser Anlageform auch ihren ethischen Ansprüchen an die Geldanlage noch besser genügt.

Gerade in Berlin wird relativ preiswerter Wohnraum in den Innenstadtbezirken knapp. Viele Wohnprojektgruppen suchen daher nach einer gemeinschaftlichen Lösung, um langfristig sozial verträglichen Wohnraum zu schaffen. Das Mietshäusersyndikat bietet aus Sicht der Stiftung einen geeigneten Rahmen, um solche Ziele langfristig zu erreichen. Folgerichtig hat die Stiftung 2012 zwei GmbHs des Mietshäusersyndikats aus Berlin und dem Martinswerk e.V. in Brandenburg insgesamt 530 T€ zur Finanzierung von Wohnhäusern zur Verfügung gestellt. Zwei weiteren Berliner Syndikatsgruppen wurden Mittel zugesagt, aber 2012 noch nicht in Anspruch genommen, da die Verwirklichung solcher Projekte, insbesondere wenn Häuser vom Liegenschaftsfonds oder von vergleichbaren Einrichtungen erworben werden, häufig längere Zeit in Anspruch nimmt.

Darüberhinaus hat die Stiftung in die Sanierung eines Wohnhauses eines ökologischen Immobilienentwicklers (Klimagut AG) investiert, der ebenfalls langfristig niedrige Mieten anstrebt.

Finanziert wurde dies aus endfällig gewordenen Anleihen (1.841 T€).

Insgesamt ist der Ertrag der Vermögensanlage für 2012 zufriedenstellend. Es wurde ein Überschuss von 610 T€ erzielt. Die Wertpapier- und Zinserträge beliefen sich auf 524 T€ zu denen – aufgrund der positiven Entwicklung am Kapitalmarkt– weitere 200 T€ in Form von Zuschreibungen gerechnet werden müssen. Dem standen Aufwendungen von 114 T€ davon 100 T€ für Abschreibungen und Kursverluste gegenüber. Ein größerer Teil dieser Aufwendungen entstand durch den Verkauf einer portugiesischen Anleihe, die zu Jahresbeginn zur Reduzierung der Risiken der Vermögensanlage zu einem Kurs von 76,5 und damit einem Kursverlust von 59 T€ verkauft wurde.

Der Trend zu geringeren Erträgen bleibt aufgrund des fallenden Zinsniveaus auch bei der Stiftung bestehen, die reinen Wertpapiererträge sanken um 43 T€ auf 507 T€.

Die Rendite des Stiftungskapitals (realisierte Erträge und Verluste ohne Zu- und Abschreibungen) betrug 2,5% (Vj. 3,02%), was angesichts einer Umlaufrendite (durchschnittliche Rendite festverzinslicher Wertpapiere von sehr guter Bonität) zwischen 1,0 und 1,6% recht gut ist. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die meisten Wertpapiere der Stiftung schon etwas länger im Depot liegen.

Die einzelnen Ergebnisbeiträge der Vermögensklassen (inkl. Zu- und Abschreibungen) zeigen die folgende Tabelle und Grafik:

Durch die positive Entwicklung am Kapitalmarkt bei Aktien, Aktienfonds und Mischfonds konnten die Abschreibungen des Vorjahres durch Buchgewinne und Zuschreibungen teilweise wieder ausgeglichen werden. Der Überschuss aus Buchgewinnen, Zuschreibungen und Abschreibungen in Höhe von 179 T€ wurde daher in die entsprechende Sonstige Rücklage zur Abdeckung von Kursverlusten eingestellt, die jetzt 371 T€ beträgt. Zum vollständigen Ausgleich sind aber noch weitere Rückstellungen nötig.

Trotz der eher positiven Stimmung vieler Akteure auf dem Immobilienmarkt bereitet eine Immobilienanlage der Stiftung – die Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds von wölbern Invest – momentan Probleme. Ursache ist jedoch nicht das wirtschaftliche Konzept, sondern das Management des Unternehmens, das willkürlich und manipulativ mit den Anlagegeldern umgeht. Hintergrund ist die Einrichtung eines Liquiditätsmanagements, dem viele Anleger in Unwissenheit zugestimmt haben, die aber eine Fehlverwendung von Erträgen bedeuten könnte, die dem Fonds zustehen. Eine engagierte Gruppe von Anlegern geht gerichtlich gegen diese Handlungen vor und hat auch erste juristische Erfolge erzielt, deren Durchsetzung aber schwierig ist. Vorstand und Geschäftsstelle beobachten diese Entwicklung aufmerksam und beteiligen sich indirekt am Engagement kritischer Anleger.

Neben der Beschäftigung mit Immobilien wurden zwei Anleihen im Nominalwert von 500 T€ erworben.

Des Weiteren hat sich der Vorstand in seinen Beratungen mit weiteren Anlagemöglichkeiten aus dem Bereich ethischen Investments beschäftigt und eine Finanzierung von Akteuren aus dem Welthandelsbereich geprüft (gepa u.a.). Der Vorstand hat jedoch eine solche Investition zurückgestellt, da kein dringender Finanzierungsbedarf bestand.

Der Aktienanteil ist nahezu gleich geblieben und liegt bei 14,7% (Vj. 14,3%).

Das Stiftungsvermögen ist in voller Höhe erhalten und betrug zum Jahresende (Finanzanlagen nach Kurswerten und Guthaben bei Banken) 18.727 Mio. €.

Die Inflationsrate betrug 2,1%, zum vollen Inflationsausgleich hätten Überschüsse in Höhe von 354 T€ in die Rücklage eingestellt werden müssen, real waren es knapp 345 T€. Der Inflationsausgleich wurde daher knapp verfehlt. Da der Inflationsausgleich in den Vorjahren aber häufig zu niedrig ausfiel, ist die Stiftung – gerechnet seit Stiftungsgründung – weit von einer realen Kapitalerhaltung entfernt.

Die Kooperation der Stiftung mit den Kritischen AktionärInnen und dem Inkota-netzwerk e.V. für die Nutzung der Stimmrechte wurde unverändert fortgesetzt.

 
 
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