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Vermögensverwaltung 2013

20 Jahre Vermögensverwaltung – und wie weiter?

Wie einfach war das doch vor 20 Jahren mit der Vermögensverwaltung. So erscheint es uns zumindest heute. Als die Stiftung gegründet wurde, bestand ihr Stiftungskapital aus 300.000 Anteilen im Wert von 108,71 DM an einem Spezialfonds, der von einer Frankfurter Anlagegesellschaft verwaltet wurde. Diesen Spezialfonds hatte das Solidaritätskomitee bereits Anfang der 90er Jahre auflegen lassen und mit Stiftungsgründung ging dieser nun in das Eigentum der Stiftung über. Zunächst waren die Stiftungsgremien mit dieser Anlage zufrieden, die Erträge waren bei Zinsen von 7–8% hoch, Risiken kaum erkennbar. Trotzdem begann schon kurz nach Stiftungsgründung die Diskussion, welche ethischen und risikobegrenzenden Anlagerestriktionen der Anlagegesellschaft auferlegt werden sollten. Da die Anlagegesellschaft mit der ethischen Frage wenig anfangen konnte, wurde sie in diesem Bereich auch nicht aktiv. Die Risikobegrenzung bestand vor allem darin, in Rentenpapiere deutscher Genossenschaftsbanken, Hypothekenbanken und des Bundes zu investieren, de-facto also in fast risikofreie Papiere. Angesichts dieser Situation stellte sich folgerichtig schnell die Frage, was denn eigentlich die spezifische Leistung der KAG sei, die eine Vergütung in Höhe von 185.000 DM rechtfertige. Die Antwort fiel wie erwartet aus und man trennte sich schnell und friedlich von der KAG und verwaltete die Wertpapiere fortan selbst.

Mit dem Auslaufen des Wiedervereinigungsbooms Ende der 90er und den damit einhergehenden fallenden Zinsen begannen dann die Diskussionen um die richtige Vermögensanlage. Sollte man in Aktien und Fonds investieren oder lieber in Windparks und die Ökobank? Es begann die Zeit der (Ver)Suche und des Erfahrung sammeln. Viele Banken und Vermögensverwalter präsentierten ihre Angebote und man entschied, sich an einem Spezialfonds zu beteiligen (den halten wir heute noch) und einen Teil des Vermögens Vermögensverwaltungsgesellschaften zu übertragen, die allerdings unterschiedliche Konzepte verfolgten. Im Ergebnis erhöhte sich die Zahl der Fonds auf über zwanzig (darunter auch ethisch-ökologische) und die Aktienquote stieg auf fast 25%. Das Stiftungsvermögen kratzte kurz an der 20 Mio. €-Marke. Dann kam die Krise am Neuen (Finanz-) Markt und die Aktien und Fonds verloren an Wert. Das Stiftungsvermögen sank auf rund 17 Mio. €. Seitdem versuchen wir uns – mit Tiefschlägen 2008 und 2011 – wieder aufzurappeln. Als Ergebnis dieser Erfahrung wurde die Vermögensverwaltung neu strukturiert, die Wertpapiere werden wieder selbst verwaltet, die Aktienquote wird vorrangig über defensive ethisch-nachhaltige Mischfonds abgebildet, ein kleines risikoreicheres Portfolio mit Beteiligungen und Genussscheinen wurde aufgebaut und in den letzten drei Jahren als Alternative zu festverzinslichen Wertpapieren Darlehen für Wohnprojektgruppen vergeben.

Ziel der Vermögensanlage ist es, ausreichend Erträge für die Fördertätigkeit und die Stärkung des Stiftungskapitals zu generieren und gleichzeitig eine ethisch-nachhaltige und transparente Geldanlage umzusetzen.

Diese Ausrichtung hat zwar zu einer gewissen Verstetigung der Vermögensanlage und ihrer Ergebnisse geführt, trotzdem entkommen wir der allgemeinen Marktsituation mit sinkenden Zinsen damit nicht. 2013 wurden erstmals weniger als 500 T€ an ordentlichen Erträgen (Zinsen, Dividenden, aber keine Umschichtungsgewinne) erzielt nämlich nur knapp 447 T€ (Vj. 507 T€).

Auch das Risiko von Vermögensverlusten, falls die Zinsen irgendwann doch wieder steigen sollten, ist geblieben. Aber zur Anlage in relativ sichere Anleihen sehen wir keine Alternative. Ein Erhöhung der Aktienquote schließen wir angesichts der erreichten Kursniveaus momentan aus.

2013 war für die Stiftung ein risikoarmes Jahr, Abschreibungen und Kursverluste waren mit knapp 16 T€ gering und mit den sonstigen Aufwendungen fielen zusammen gerade mal 17 T€ an Kosten an.

Stattdessen konnten Vermögensverluste in Höhe von 195 T€ aus den Vorjahren aufgeholt und zugeschrieben werden. Durch den Verkauf eines nicht-ethischen Mischfonds und Kursgewinnen aus endfälligen Anleihen wurden insgesamt Kursgewinne von 50 T€ erzielt. Rechtlich gesehen sind dies keine für den ideellen Zweck einsetzbaren Erträge, sondern stellen Stiftungskapital dar. Dieser Ertrag wurde daher abzüglich der Abschreibungen mit 234 T€ in die sogenannte Kursgewinnrücklage eingestellt.

Dank der hohen Zuschreibungen fiel das Ergebnis der Vermögensverwaltung mit 676 T€ (Vj. 610 T€) im Durchschnitt der letzten Jahre aus. Die Rendite des Stiftungskapitals betrug damit rund 5,4% und ohne Berücksichtigung der Kursgewinne und Zuschreibungen 2,3%.

Inhaltlich hat sich der Vorstand 2013 weiter mit dem Thema Darlehensvergabe und Immobilien beschäftigt. Es wurden sieben Darlehensanfragen intensiver geprüft und die Vergabe von sechs Darlehen beschlossen. Drei dieser Darlehen sind bereits vollständig und eins teilweise ausgezahlt, zwei Verträge befinden sich noch in der Umsetzung. Für eine Gruppe wurde der bisher nicht in Anspruch genommene Betrag auf Nachfrage der Stiftung erhöht. Fünf Wohngruppen haben in Berlin und Potsdam Häuser erworben oder gebaut, außerdem wurde einem kleinerem Projekt in Neuruppin und einem ökologisch ausgerichteten gewerblichen Zentrum in Verden Darlehen zugesagt. Des Weiteren wurden Möglichkeiten für den Kauf von Immobilien (BIMA, Catella-Immobilienspezialfonds) und Erbpachtvergabe (Rathaussterne e.V.) geprüft, es kam aber bisher zu keinen konkreten Entscheidungen.

In einem Gespräch mit Vertretern des Mietshäusersyndikats wurden die Kriterien der Stiftung diskutiert und weitere Möglichkeiten einer Zusammenarbeit besprochen.

Die Kooperation der Stiftung mit den Kritischen AktionärInnen und dem Inkota-netzwerk e.V. für die Nutzung der Stimmrechte wurde unverändert fortgesetzt. 

Die Mittel aus dem Verkauf eines Mischfonds wurden in den Fair-World-Fonds investiert, den die Stiftung bereits seit Auflage des Fonds hält. Die Investitionssumme beträgt jetzt 1  Mio. €. Gründe für den Kauf waren die gute Wertentwicklung seit der Auflage des Fonds (3 Jahre +10,78%) und die entwicklungspolitische Ausrichtung des Fonds. Außerdem wurde eine 10-jährige Anleihe der Deutschen Bahn mit einer Verzinsung von 2% erworben.

Der Aktienanteil liegt aufgrund gestiegener Kurswerte bei 15,2% (Vj. 14,7%).

Das Stiftungsvermögen ist in voller Höhe erhalten und betrug zum Jahresende (Finanzanlagen nach Kurswerten und Guthaben bei Banken) 19.315 Mio. €.

Berücksichtigt man die bereits beschlossenen aber noch nicht ausgezahlten Darlehen (600 T€), wurden fast alle im Haushaltsjahr zugeflossenen Mittel – vorrangig aus endfälligen Anleihen (1,5 Mio. €) – wieder reinvestiert.

Da aber aus den Vorjahren noch Investitionen offen sind und auch der Jahresüberschuss reinvestiert werden müsste, hat sich die Liquidität der Stiftung weiter erhöht und betrug am Jahresende 3,1 Mio. € (davon 700 T€ Festgeld, 600 T€ Darlehenszusagen, 184 T€ noch nicht ausgezahlte Fördermittel).

2013 hat die Stiftung dank niedriger Inflation von 1,5% endlich einmal den Inflationsausgleich für das Stiftungskapital geschafft, d.h. es ist nicht weiter entwertet worden. Der notwendige Inflationsausgleich in Höhe von 253 T€ ist niedriger als die den Rücklagen zugeführte nicht verwendungspflichtige Summe von 400 T€. Da der Inflationsausgleich in vielen Jahren aber zu niedrig oder ganz ausfiel, ist die Stiftung – gerechnet seit Stiftungsgründung – weit von einer realen Kapitalerhaltung entfernt. Der Wirtschaftsprüfer hat jedenfalls wieder eine Deckungslücke von 3,1 Mio. € im Prüfbericht vermerkt, die eigentlich geschlossen werden sollte. 

Die Vermögensanlage wird daher wahrscheinlich auch die nächsten 20 Jahre ein spannendes, kompliziertes und wichtiges Aufgabenfeld der Stiftungsgremien und der Geschäftsstelle bleiben.

 
 
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