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Evaluierung der Personalkostenförderung

Projektkurzinformation:

Träger: Stiftung Nord-Süd-Brücken

Projektlaufzeit: 1999 - 2002

Zielgruppe: ostdeutsche entwicklungspolitische Organisationen

Finanzumfang: 890.000 € (finanziert durch das BMZ und die Stiftung Nord-Süd-Brücken)

GutachterInnen: Gabriele Struck und Johannes Kotschi

Evaluierungszeitraum: Oktober 2001 - April 2002

 

Zusammenfassung der Evaluierungsergebnisse

Mit der vorliegenden Evaluierung werden Ergebnisse und Wirkungen des Personalkosten-Förderungsprogramms (PKF) dargestellt und bewertet. Dieses Programm, gespeist aus Mitteln des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und der Stiftung Nord-Süd-Brücken (NSB), gewährt in den Neuen Bundesländern entwicklungspolitischen Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO) Unterstützung bei der Finanzierung von Personalstellen.

Insgesamt werden 24 NRO gefördert, von ca. 250 Gruppierungen in den Neuen Bundesländern. Alle geförderten NRO widmen sich der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland und führen größtenteils, mit Ausnahme von 3 Ländernetzwerken (ENS - Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen, LESA - Landesnetzwerk Entwicklungspolitik Sachsen-Anhalt und VENROB Potsdam), gleichzeitig Auslandsprojekte durch. Im Untersuchungszeitraum seit Juni 1999 haben sich die Rahmenbedingungen für entwicklungspolitisch tätige NRO verschlechtert. In diesem schwierigen Umfeld konnten die von der Stiftung Nord - Süd - Brücken geförderten „Ost-NRO" ihre Position ausbauen und festigen.

Die Ziele des PKF-Programms sind sehr allgemein gehalten, lassen viel Interpretationsspielraum zu und werden von den Beteiligten unterschiedlich verstanden. Die Auftraggeber erhoffen sich durch die Maßnahme eine Anschubfinanzierung hin zu finanzieller Eigenständigkeit. Die geförderten Organisationen dagegen sehen darin ein Förderprogramm von mehreren, um überleben zu können. Für eine Anschlußphase empfehlen wir, Ziele und angestrebte Ergebnisse zu präzisieren und konsensfähig zu machen.

Insgesamt konnten die Aktivitäten der NRO durch Personalkostenförderung deutlich erweitert werden. Viele haben die verbesserte personelle Situation voll genutzt und können steigende Umsätze aufweisen. Die Arbeit verläuft kontinuierlicher und die personelle Situation ließ sich stabilisieren. Die Kombination von Auslandsprojekten mit Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit als konzeptionelle Grundlage in der NRO-Arbeit hat sich bewährt und sollte unbedingt fortgeführt werden. Da die Auslandsprojekte für die NRO sehr teuer sind, sollten sie überall da, wo es zu Finanzierungsengpässen kommt, auf ein Maß reduziert werden, das noch sinnvoll Bildungsarbeit erlaubt.

Bei der Auslandsprojektarbeit können viele Organisationen mit neuen Ideen und Konzeptionen aufwarten, die wichtige Impulse für die Entwicklungszusammenarbeit als Ganzes geben können. Die Fähigkeit der NRO innovationsstiftend zu wirken, verdient besondere Beachtung. Allerdings gibt es in diesem Bereich wenig Zusammenarbeit zwischen den Organisationen. Wir empfehlen, über Kooperationen bis hin zu organisationsübergreifenden Programmen nachzudenken, um Kräfte zu bündeln.

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit ist für die meisten NRO primäres Anliegen und Arbeitsschwerpunkt. Die thematische Klammer ist dabei das „Globale Lernen". Vor dem Hintergrund hoher Arbeitslosigkeit, verbreiteter Perspektivlosigkeit, der Herausforderung, einen Identitätswandel zu bewältigen und auch in der Reaktion auf ausländerfeindliche Tendenzen werden hervorragende Leistungen erzielt. Aber gemessen am Bedarf, ist das Angebot immer noch sehr gering. Wir empfehlen, diesen Bereich auszubauen und regional ausgewogener zu fördern.

Die meisten Organisationen sind strukturell zu schwach, um wirksam Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying zu betreiben. Diese wichtige Aufgabe muß zukünftig wesentlich stärkere Beachtung finden. Die einzelne NRO ist damit überfordert. Wir empfehlen deshalb, organisationsübergreifende Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ähnliches gilt für die Landesnetzwerke, die sich im wesentlichen das Lobbying und die Öffentlichkeitsarbeit auf die Fahnen geschrieben haben. Wir empfehlen, über Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit oder gegebenenfalls ihrer Zusammenlegung nachzudenken.

Professionalisierung. In den letzten Jahren hat sich die Arbeit der Organisationen qualitativ signifikant verbessert. Die Professionalisierung wird erkennbar in den Konzeptionen und Strategien der NRO sowie in einem höheren Maß an Kontinuität in ihrer Arbeit. Beides ist stabilitätsfördernd. In aller Regel stellen die NRO hohe Anforderungen an sich selbst. Dies ist ein Motor für Entwicklung, aber führt auch zu Selbstausbeutung bis hin zur Überschätzung eigener Möglichkeiten. Entsprechendes gilt für die Aufgabenbeschreibungen der PKF-finanzierten Stellen und ihre Stelleninhaber. Weiteren Raum für Professionalisierung sehen wir bei der internen Organisation der NRO. Besonderes Augenmerk sollte dabei der Entwicklung und Verbesserung unternehmerischer Kompetenzen gewidmet werden.

Finanzierung von Personal. Personalkosten werden zu einem beträchtlichen Teil aus diesbezüglichen Förderprogrammen finanziert. Das PKF Programm ist eines unter mehreren. Zur Finanzierung der Personalkosten gibt es derzeit keine eindeutige Lösung und keine hinreichende Alternative als die Subventionierung über Personalkostenförderungs-Programme. Wir empfehlen deshalb BMZ und Stiftung Nord-Süd-Brücken, die Personalkostenförderung fortzusetzen.

Auch die zivilgesellschaftliche Verankerung und öffentliche Ausstrahlung der Vereine konnte weiter verbessert werden. Dies war nicht explizites Ziel, weder der Stiftung Nord - Süd - Brücken noch der NRO, ist aber ein wichtiges Ergebnis und eine Wirkung der Personalkostenförderung. Ehrenamtliches Engagement ist weiterhin wichtig für die NRO und hinreichend hoch. Die Möglichkeit, Sinnstiftendes in politische Zusammenhänge zu stellen, ist für viele Ehrenamtliche in den NRO eine starke Triebfeder. Die Personalkostenförderung verhalf den Vereinen vielfach zu einer Verbesserung des ehrenamtlichen Engagements.

Die Zukunftsfähigkeit ist inzwischen zu einem wichtigen Thema in den Vereinen geworden. Auf der inhaltlichen Ebene finden sich viele neue Ideen, aus denen wegweisende Konzeptionen geboren wurden. Die organisatorisch-finanzielle Dimension stellt sich weniger eindeutig dar. Hier stellen sich zahlreiche Fragen, die der Bearbeitung bedürfen. Nicht alle NRO stellen sich dieser Herausforderung in ausreichendem Maße.

Die Stiftung Nord-Süd-Brücken ist bei allen NRO ein hochgeschätzter Kooperationspartner. Besondere Anerkennung finden die gute Kommunikation und der partnerschaftliche Umgang miteinander, die den NRO eher das Gefühl der Gleichberechtigung gibt.

Zusammenfassend empfehlen wir den NRO wie auch der Stiftung Nord - Süd - Brücken, die Kräfte zu bündeln durch u.a. verstärkte Kooperation und Arbeitsteiligkeit zwischen den NRO. Die Besinnung auf die jeweils eigenen Kernkompetenzen und Kernaufgaben wäre in diesem Zusammenhang entscheidend, um die Kooperation miteinander ohne Verlust des eigenen Profils gewährleisten zu können. Dem BMZ empfehlen wir, die finanzielle Unterstützung des Programms weiterzuführen und somit den Ost - NRO weiterhin eine Chance zur Konsolidierung ihrer Arbeit zu geben.

 

 

 
 
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