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Projektevaluierung in Indien

Projektkurzinformation:

Träger: Gesellschaft für solidarische Entwicklungszusammenarbeit (GSE) e.V.

Projektpartner: Self-Employed Welfare Society

Projektlaufzeit: 1995 - 2001

Zielgruppe: BewohnerInnen von 105 Dörfern im ländlichen Sircilla

Finanzumfang: 790.186 € (finanziert durch das BMZ, die Stiftung Nord-Süd-Brücken
und die GSE e.V.)

Gutachterin: Dr. Christa Wichterich; unter Mitarbeit von Prof. K. R. Chowdry

Evaluierungszeitraum: Januar/Februar 2002

 

Zusammenfassung der Evaluierungsergebnisse:

Projekte zur Trinkwasserversorgung im Sircilla-Distrikt sind wegen der akuten Wassernot der dörflichen Bevölkerung gerechtfertigt, von großer Bedeutung für die Grundbedürfnisbefriedigung und eine Voraussetzung für Entwicklung. In der Region, in der insgesamt nur wenige NGOs aktiv sind, gibt es weder von Regierungsseite noch von einer anderen NGO ein dem Projekt von SEWS vergleichbares Programm.

Die Stärke von SEWS ist eine große Effizienz im Aufbau der Anlagen in 100 Siedlungen. Ungleich schneller und qualitativ hochwertiger als die Regierung sorgt SEWS für die bauliche Infrastruktur. SEWS versteht sich in erster Linie als technische Durchführungsorganisationen und kompensiert mit seinen Maßnahmen das Versagen des Staates. Nach Fertigstellung wurden die Anlagen den Dorfräten übergeben und werden von diesen inzwischen reibungslos betrieben.

SEWS ist es gelungen, mit dem System von Tiefbohrungen, Elektropumpen, Hochreservoir und Verteilung durch Wasserleitungen die Versorgung mit Trinkwasser in einer Reihe von Dörfern im Sircilla Distrikt zu verbessern.

Der Projektansatz, lediglich die technische Infrastruktur für die Wasserversorgung im Dorf bereitzustellen, ist ein nicht-integrierter, enger Ansatz, der das Problem nur dort lösen kann, wo günstige natürliche Voraussetzungen bestehen, nämlich ein gutes Wasserpotential vorhanden ist. Eine nachhaltige Versorgung mit Trinkwasser kann jedoch nur durch ein integriertes Wassermanagement in der Region erfolgen und muss auf jeden Fall Maßnahmen einschließen, die der Erhöhung des Grundwasserspiegels dienen. SEWS hätte den Bedarf der lokalen Bevölkerung an Bewässerung für die Landwirtschaft und die Notwendigkeit, „Wassererntestrukturen" aufzubauen, systematisch in das Projektkonzept einbeziehen müssen. Die Wasserkrise in Andhra Pradesh ist sowohl ein ökologisches als auch ein gesellschaftliches Problem, das nicht allein durch eine gut funktionierende technische Anlage beseitigt werden kann. SEWS' Fokus auf die bauliche Infrastruktur führte dazu, dass ökologische und soziale Rahmenbedingungen zu wenig einbezogen wurden. Vor Projektbeginn wurde keine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Die Versorgungsanlagen mit den oben genannten vier Komponenten wurden in den 100 Dörfern errichtet, ohne zu überlegen, ob in einzelnen Fällen vielleicht eine andere Versorgungsanlage unter den örtlichen Bedingungen besser geeignet gewesen wäre.

Dass SEWS das Projekt als Kooperationsprojekt mit der Regierung des Bundesstaates und mit Beteiligung der lokalen Bevölkerung geplant hat, ist sehr zu begrüßen. Das Finanzierungsmodell von 40:40:20 war ein innovativer Ansatz. Er wurde jedoch modifiziert und der Anteil der Bevölkerung reduziert. Mit ganz wenigen Ausnahmen ist es gelungen, die Dorfbevölkerung zur Beteiligung am Projekt zu mobilisieren. Sehr selten wurde jedoch die passive Erwartungshaltung der DorfbewohnerInnen aufgebrochen. SEWS' Verständnis von Partizipation beschränkt sich auf die Mobilisierung der DorfbewohnerInnen, einen Beitrag zur Finanzierung in Geld oder Arbeitsleistung zu entrichten. Eine weitergehende Befähigung benachteiligter Bevölkerungsgruppen zur Vertretung eigener Interessen gegenüber höheren Kasten, Landbesitzern oder dem Staat, ein Empowerment für Organisierung und Eigeninitiative, zu demokratischer Entscheidungs- und Gestaltungstüchtigkeit fand kaum statt.

 

 
 
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