Es werden nachfolgend die aktuell im BIKO-Programm geförderten Projekte dargestellt. Zuvor im BIKO-Programm geförderte Projekte finden Sie auf der Gesamtübersicht aller durch die Stiftung geförderten Projekte im Hauptmenü unter Geförderte Projekte.
| Jahr | Träger | Projektname | Land | Finanzen | Homepage | |||||
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| 2025 | Landesnetzwerk Afrikanischer Vereine Berlin e. V., Berlin | Gemeinsame dekoloniale Bildung im internationalen Kontext am Beispiel Deutschland-Kamerun | BRD |
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www.lav-berlin.de |
Gemeinsame dekoloniale Bildung im internationalen Kontext am Beispiel Deutschland-KamerunDer Kolonialismus und seine anhaltenden Folgen erfahren bisher nur wenig Aufmerksamkeit in den Berliner Rahmenlehrplänen, obwohl Deutschland selbst zu den Kolonialmächten gezählt hat und weiterhin in Verflechtungen involviert ist, die von kolonialen Kontinuitäten mitbestimmt werden. Das Projekt führt mit Projekttagen an Berliner Schulen in das Thema Kolonialismus ein und sensibilisiert für dessen Auswirkungen. Es entwickelt dafür Konzepte zum exemplarischen Lernen, um koloniale Kontinuitäten aufzuarbeiten, historische und gegenwärtige Zusammenhänge greifbar zu machen und ein kritisches Bewusstsein für heutige Ungleichheiten im globalen Kontext zu fördern. Dafür wird ein Austausch mit zwei weiterführenden Schulen in Kamerun organisiert. Dadurch gelingt eine realitätsnahe Darstellung kolonialer Kontinuitäten, die für die Schülerinnen und Schüler beider Länder einen tiefgreifenden Einblick in die historischen und gegenwärtigen Verflechtungen zwischen Deutschland und Kamerun ermöglicht und an Beispielen erfahrbar macht, was Kolonialismus, koloniale Kontinuitäten und Ungleichheiten im globalen Kontext miteinander zu tun haben. Eine zusätzliche Fortbildung für Lehrkräfte und MultiplikatorInnen in der schulischen Bildung stärkt ihre Kompetenzen, Themen des historischen Kolonialismus mit lokalen und globalen Kontinuitäten und Ungleichheiten zu verknüpfen und diese Zusammenhänge begreifbar in ihrem Unterricht zu vermitteln. | ||||
| 2025 | glokal - globalisierung und politisches handeln lernen e. V., Berlin | Solidarisches Gedenken organisieren: für globale Gerechtigkeit und eine dekoloniale Zukunft | BRD |
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www.glokal.org |
Solidarisches Gedenken organisieren: für globale Gerechtigkeit und eine dekoloniale ZukunftDas Projekt befasst sich damit, wie Kolonialismus funktionierte, auf welche aktuellen Strukturen er global und lokal - besonders in Berlin und besonders im Wirtschaftsbereich- nachwirkt und wie wir dies durch solidarische gesellschaftliche Organisierung verändern können. Das Projekt ist eine Kooperation von glokal e.V. (Berlin), ISD-Bund e.V. (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Berlin) und EPIZ e.V. Das Projektteam besteht aus drei bei glokal angesiedelten Stellen und wird vom ISD-Promotor im Berliner Promotorenprogramm und vom beim EPIZ angesiedelten Promotor (WeltRaum) im Rahmen ihrer Stellen unterstützt. Die Promotoren bekommen keine Honorare im Rahmen des Projektes. Ziel des Projektes ist es, Schüler:innen jenseits nationaler Perspektiven für globale Gerechtigkeit und koloniale Kontinuitäten im Bereich Wirtschaftsstrukturen zu sensibilisieren. Das Projekt ist eingebunden in ein größeres, auf drei Jahre angelegtes Projekt mit weiteren Maßnahmen und Zielgruppen verbunden. Es besteht aus: MN 1: Konzepte und Materialentwicklung: Im ersten Projekthalbjahr werden digitale, multimediale Materialien für die epol. Bildungsarbeit erstellt zu: 1.1. Global Erinnern: Koloniale Spuren in Berliner Geschichte und Gegenwart (Jahrgangsstufe 7./8.) und 1.2. Connecting the Dots: Koloniale Kontinuitäten in Wirtschaftsstrukturen (Jahrgangsstufe 9.-13.). Die Grundlage dieser Konzepte bilden zwei 2018 und 2024 auf WeltWeitWissen-Kongressen als bestpratice ausgezeichneten ausgezeichnete Materialien: Die digitale Kartographie Global Erinnern (www.globalerinnern.org) und das eLearning Tool Connecting the Dots (www.connecting-the-dots.org). MN 2: Bildungsveranstaltungen mit Schulen zu globalen Verflechtungen in Geschichte und Gegenwart im Wirtschaftsbereich (70 Schüler:innen): In Kooperation mit dem digitalen Lernort Weltraum (EPIZ Berlin e.V.) werden 4x Multimedia-Workshops mit 100 Schüler:innen durchgeführt, in denen das Material (MN 1) erprobt wird. Zweimal finden Pilot-WS mit Jahrgangsstufe 7./8. statt (Konzept 1.1.) und zweimal Pilot-WS mit Jahrgangsstufe 9.-13. (Konzept 1.2.). | ||||
| 2025 | Werkstatt für kulturelle Medienarbeit WIM e. V., Berlin | FABRIKA_Koloniale Comic-Fiction | BRD |
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https://wim-berlin.de |
FABRIKA_Koloniale Comic-FictionDas Projekt zielt darauf ab, Schülerinnen und Lehrkräfte an Berliner Schulen für die historischen und aktuellen Auswirkungen des Kolonialismus zu sensibilisieren. Es wird ein kreatives, interdisziplinäres Bildungsangebot entwickelt, das historische, soziale und visuelle Aspekte des Kolonialismus verbindet. Kern des Projekts ist ein Workshop-Kit, bestehend aus einem Detektivspiel, einem Comic-Kit und einer Online-Datenbank. Diese Materialien ermöglichen eine altersgerechte, praxisnahe und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema und sollen langfristig im Bildungsbereich verankert werden. Die Inhalte basieren auf umfangreichen Recherchen, unter anderem der Arbeit von Mate Feles, der 2024 ein Stipendium der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt erhielt. Eine zentrale Grundlage bilden seine Untersuchungen zur visuellen Repräsentation des „Fremden“ in Bildwelten, insbesondere in Werbung, Animation und Propaganda aus der deutschen Kolonialzeit. Diese Darstellungen verdeutlichen, wie subtil koloniale Mechanismen wirken und gesellschaftliche Wahrnehmungen bis heute beeinflussen. Warum ist das Projekt dringend notwendig? Die Durchführung des Projekts ist zeitlich dringlich, da die Verfügbarkeit der beteiligten Expertinnen, Partnerinnen und Ressourcen nicht dauerhaft gewährleistet ist. Das aktuelle Team bringt frische Erkenntnisse und Erfahrungen aus kürzlich abgeschlossenen Recherchen und Projekten ein. Diese Expertise stellt eine einzigartige Grundlage dar, die sofort genutzt werden sollte, um die Inhalte effektiv und nachhaltig zu entwickeln. Projektaktivitäten und Nachhaltigkeit 1. Partizipative Entwicklung der Workshop-Kits: Das Kit wird in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen, Multiplikatorinnen und Expertinnen entwickelt. Es umfasst praxisorientierte Übungen (z. B. ein Detektivspiel zur Entdeckung kolonialer Spuren in Berlin) und kreative Methoden (z. B. Comic-Workshop-Kit), ergänzt durch Tutorials und Begleitmaterialien. 2. Aufbau einer Online-Datenbank: Eine Online-Datenbank wird entwickelt, die nach Projektende von der Zönotéka gepflegt wird. Sie bleibt dauerhaft verfügbar und stellt Materialien, Tutorials und ergänzende Ressourcen bereit, die den Bildungsprozess langfristig unterstützen. 3. Nachhaltige Nutzung durch die Gelbe Villa für Schulen: Die Gelbe Villa als zentraler Kooperationspartner plant, das fertige Workshop-Kit auch nach Projektende aktiv in ihren Bildungsprogrammen einzusetzen. So wird das Projekt lebendig gehalten und langfristig in Projekttage und -wochen mit Berliner Schulen integriert. 4. Öffentlichkeitswirksame Abschlussveranstaltung: Zum Abschluss des Projektes wird eine Veranstaltung organisiert, bei der die Ergebnisse und Materialien öffentlich präsentiert werden. Geplant ist eine Ausstellung der erarbeiteten Inhalte wie Comics und Detektivspiele, um die Projektergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und für koloniale Themen zu sensibilisieren. Besonderheiten des Projekts Das Projekt richtet sich an Schülerinnen der Sekundarstufe I (Klassen 6–9) und Lehrerinnen. Es verbindet historische, künstlerische und pädagogische Ansätze, um ein breites Spektrum an Kompetenzen zu fördern. Schüler*innen lernen, koloniale Mechanismen kritisch zu hinterfragen, und Lehrkräfte erhalten Werkzeuge, um das Thema nachhaltig und interdisziplinär in den Unterricht zu integrieren. | ||||
| 2025 | Stiftung Nord-Süd-Brücken, Berlin | BIKO-Begleitmaßnahmen | BRD |
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BIKO-BegleitmaßnahmenFür die Umsetzung des Förderprogramms „Bildungsarbeit zu Kolonialismus und Verantwortung in Berliner Schulen“ (BIKO) in 2025 wird die Stiftung Mittel bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) für die Durchführung Begleitmaßnahmen beantragen. Angedacht sind hier verschiedene Maßnahmen, um die Sichtbarkeit des Programms in der Berliner Zivilgesellschaft zu verbessern. Zudem sollen über weitere Maßnahmen die Vernetzung und der Austausch von Berliner Vereinen und Schulen befördert und damit die Auseinandersetzung zum Thema Kolonialismus/koloniale Kontinuitäten an Schulen angeregt werden. Ergänzend dazu sind Informations- und Qualifizierungsmaßnahmen für die Berliner Vereine geplant. | |||||
| 2025 | Schillerwerkstatt e. V., Berlin | Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in Kamerun | BRD |
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https://www.schillerwerkstatt.de |
Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in KamerunIn dem Projekt “Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in Kamerun” setzen sich SchülerInnen und Lehrkräfte mit aktuellen kolonialen Kontinuitäten auseinander. Sie werden besonders ermutigt, sich auch mit der Rolle der Widerstandsbewegungen, die seit über 500 Jahren für ihre Menschenrechte kämpfen, zu beschäftigen. Wir zeigen ihnen Möglichkeiten, sich in Berlin weiter zu informieren und eventuell zu engagieren. Für Berliner SchülerInnen sind eine dreitägige Projektwoche zum Thema „Widerstand gegen deutschen Kolonialismus im heutigen Kamerun“ und zwei einzelne Projekttage geplant. In der Projektwoche interviewen die SchülerInnen eine aktive Person in Kamerun. Auf Grundlage dieses Interviews produzieren wir einen Podcast für Lehrkräfte MultiplikatorInnen. Für Lehrkräfte führen wir zwei kurze Veranstaltungen direkt in Berliner Schulen durch, in denen wir unser Unterrichtsmaterial vorstellen mit Schwerpunkt auf Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in Kamerun. Neben dem Podcast wird außerdem ein Erklärfilm zu Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in Kamerun produziert, der als Unterrichtsmaterial verwendet werden kann. | ||||
| 2025 | Afrika Medien Zentrum e. V., Berlin | Koloniale Spuren | BRD |
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www.amz-berlin.de |
Koloniale SpurenNur die wenigsten deutschen BürgerInnen haben fundierte Kenntnisse über die Kolonialvergangenheit ihres Landes und leben in der Illusion, sie wäre sehr kurz und ohne nennenswerten Schaden gewesen. Doch ein fehlendes Bewusstsein für das deutsche Kolonialerbe und koloniale Kontinuitäten in der Gegenwart bilden die Grundlage für rassistische Denkmuster und Vorurteile in der heutigen Gesellschaft – auch in Schulen. Zentraler Ansatzpunkt für eine stärkere Bewusstseinsschaffung ist das Bildungssystem, wo das Thema der kolonialen Kontinuitäten bisher nur sehr begrenzt behandelt wird, jedoch SchülerInnen und Lehrkräfte immer wieder mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert werden. Somit zielt unser Projekt darauf ab, SchülerInnen wie auch Lehrpersonal an Berliner Schulen für Kolonialgeschichte und ihre Nachwirkungen zu sensibilisieren. Im Rahmen des Projekts werden sie sich kritisch mit postkolonialen Strukturen auseinandersetzen, sich auf die Suche nach kolonialen Spuren in ihrem Alltag begeben und ein besseres Gespür für Rassismus und Eurozentrismus entwickeln. Hierbei soll ein Perspektivwechsel ermöglicht werden, der die Teilnehmenden dazu anregt, scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen und eine Brücke zwischen kolonialer Vergangenheit und heutigen Gegebenheiten zu schlagen. Darauf aufbauend steht das gemeinsame Erarbeiten von Handlungsoptionen und Lösungsansätzen im Fokus. Letztlich ist es unser Ziel, die Teilnehmenden anzuregen, sich selbst weiter zu informieren, sich zu engagieren das Thema vermehrt im schulischen Kontext zu behandeln und zu sensibleren, antirassistischen Individuen zu werden. Auf den bloßen Wissenserwerb soll somit eine eigenständige kritische Reflexion folgen, welche Auswirkungen auf das Weltbild der SchülerInnen und auf den Unterricht der Lehrkräfte haben kann. Das Projekt wird im Format von Workshops bzw. Projekttagen an Schulen und Fortbildungen für Lehrkräfte angeboten. Es stehen bereits sieben konkrete Themenschwerpunkte zur Auswahl, die in dem kommenden Jahr zu einer umfassenden Unterrichtsreihe für das Wahlmodul „Europäische Expansion und Kolonialismus“ (Rahmenlehrplan Berlin/Brandenburg Doppeljahrgang 7/8, Fach Geschichte) ergänzt und zusammengefasst werden sollen. Bisher: Was ist Kolonialismus?, eine kritische Stadtführung, rassistische Prägungen der Sprache, Eurozentrismus und Stereotype, Provenienzforschung, Kolonialismus und Klimawandel (Klima(un)gerechtigkeiten) sowie Genderungleichheiten und Kolonialismus. Außerdem gibt es eine Fortbildung für Lehrkräfte. Neu erarbeitet werden soll ebenfalls eine zweite Fortbildung, die Lehrkräften die entstandene Arbeitsmappe zur oben genannten Unterrichtsreihe vorstellen wird. Die Unterrichtsgestaltung baut auf spielerischen und kreativen Methoden auf, die die Teilnehmenden in den Lernprozess aktiv mit einbinden und zur eigenständigen Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. Zur intensiveren Vorbereitung werden zusätzlich Einführungsveranstaltungen für Lehrkräfte angeboten, die ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie die Workshops im Unterricht vor- und nachbereitet werden können. Die vorherigen Durchführungen des Projekts „Koloniale Spuren“ genossen einen überaus großen und stetig wachsenden Erfolg. Es stehen erneut noch mehrere Anfragen aus, bei denen wir uns sehr freuen, ihnen bei einer Weiterführung des Projekts nachkommen zu können. | ||||
| 2025 | Initiative Perspektivwechsel e. V., Berlin | Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus | BRD |
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www.initiative-perspektivwechsel.org |
Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus"Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus" ist ein Bildungsprojekt, das für Koloniale Kontinuitäten wie Anti-Schwarzen Rassismus als Vermächtnis deutscher Kolonialgeschichte sensibilisiert. Es ermutigt junge Menschen sich antirassistisch zu positionieren und globale Ungleichheiten zu identifizieren und zu bekämpfen. Über die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Strategien des Antikolonialen Widerstands werden Diskussionen zu Privilegien, Machtverhältnissen und demokratischer Teilhabe angestoßen. |