Geförderte Projekte im BIKO-Programm

Es werden nachfolgend die aktuell im BIKO-Programm geförderten Projekte dargestellt. Zuvor im BIKO-Programm geförderte Projekte finden Sie auf der Gesamtübersicht aller durch die Stiftung geförderten Projekte im Hauptmenü unter Geförderte Projekte.

JahrTrägerProjektnameLandFinanzenHomepage
2025Afrika Medien Zentrum e. V., BerlinKoloniale SpurenBRD
Projektsumme: 64.105,71 €
Fördersumme: 15.000,00 €
www.amz-berlin.de

Koloniale Spuren

Das Afrika Medien Zentrum e.V. führt in seinem Projekt „Koloniale Spuren“ Projekttage und Workshops zur kritischen Auseinandersetzung mit den Themen Kolonialismus und Postkolonialismus an Berliner Schulen durch. Schülerinnen und Lehrkräfte erarbeiten unter Anleitung von Referentinnen in verschiedenen Schwerpunkt-Workshops Auswirkungen der kolonialen Vergangenheit auf die Gegenwart und Zukunft. Der Fokus liegt in der Sensibilisierung für koloniale Kontinuitäten in der Gesellschaft. Im Jahr 2025 führten wir insgesamt elf Veranstaltungen mit Teilnehmenden von über 20 Schulen durch; neben Workshops auch postkoloniale Stadttouren und Fortbildungen für Lehrkräfte. Dabei sind wir wiederholt auf großes Interesse und Engagement gestoßen.

Der Workshop … • … „Was ist Kolonialismus?“ vermittelt historische Grundlagen, fragt nach heutiger Relevanz und ermöglicht einen Perspektivwechsel. • … „Rassismus und Sprache“ zeigt, wie koloniale Denkmuster in Sprache fortwirken und wie ein sensibler Umgang gelingt. • … „Eurozentrismus und Stereotype“ hinterfragt Weltbilder, Karten, Begriffe und stereotype Darstellungen. • … „Kolonialismus und Klimawandel“ beleuchtet koloniale Ursprünge globaler Ungleichheiten und die ungleiche Betroffenheit von „Globalem Norden“ und „Globalem Süden“. • … „Kolonialismus und Gender(un)gleichheiten“ erarbeitet die Verbindungen zwischen heutigen Geschlechter-Machtverhältnissen und ihren kolonialen Hintergründen. • … „Kolonialismus und Raubkunst“ verbindet deutsche und globale Kolonialgeschichte mit Kunst, thematisiert Raub, Rassismus, Provenienz und Restitution.

Postkoloniale Stadtführungen, etwa im Afrikanischen Viertel oder in Schöneberg, machen koloniale Spuren im Berliner Stadtbild sichtbar und zeigen aktuelle Formen der Aufarbeitung. Die Lehrkräftefortbildungen verbinden fachliches Wissen mit praktischen Methoden und Übungen für den Unterricht.

Auf unserer Webseite informieren wir kontinuierlich über unsere Angebote und Änderungen. Darauf stellen wir außerdem verschiedene Lehr- und Bildungsmaterialien wie ein ausführliches Handout, die Arbeitsmappe für Lehrkräfte für die Stufen 7 und 8 und weiteres zur Verfügung.

Link zur Projektwebseite: https://www.amz-berlin.de/koloniale-spuren-2/

2025glokal - globalisierung und politisches handeln lernen e. V., BerlinSolidarisches Gedenken organisieren: für globale Gerechtigkeit und eine dekoloniale ZukunftBRD
Projektsumme: 114.988,43 €
Fördersumme: 15.000,00 €
www.glokal.org

Solidarisches Gedenken organisieren: für globale Gerechtigkeit und eine dekoloniale Zukunft

Das Projekt befasst sich damit, wie Kolonialismus funktionierte, auf welche aktuellen Strukturen er global und lokal - besonders in Berlin und besonders im Wirtschaftsbereich - nachwirkt und wie wir dies durch solidarische zivilgesellschaftliche Organisierung verändern können.

„Solidarisches Erinnern organisieren“ ist eine Kooperation von glokal e.V., ISD-Bund e.V. (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) und EPIZ e.V. (alle Berlin). Das Projekt ist eingebunden in ein größeres, auf drei Jahre angelegtes Projekt und mit weiteren Maßnahmen und Zielgruppen verbunden. Das Projektteam besteht aus drei bei glokal angesiedelten Stellen und wird vom ISD-Promotor im Berliner Promotorenprogramm und vom beim EPIZ angesiedelten Promotor (WeltRaum) im Rahmen ihrer Stellen unterstützt.

Ziel des Projektes ist es, Schüler:innen jenseits nationaler Perspektiven für globale Gerechtigkeit und koloniale Kontinuitäten zu sensibilisieren.

Maßnahmen: 1. Auf der Basis von glokals digitaler Kartographie der Globalgeschichte (www.globalerinnern.org) wird ein WS-Konzept zu kolonialen Spuren in Berlin und kolonialen Kontinuitäten für Schüler:innen der 7.8. Klassenstufe entwickelt und zwei Pilotworkshops durchgeführt. Global Erinnern wurde 2024 auf dem WeltWeitWissen-Kongress in Kassel als best-practice für Globales Lernen ausgezeichnet.

  1. Auf der Basis von glokals eLearning Tool zur Zeitstrahlmethode (www.connecting-the-dots.org) wird ein WS-Konzept für Schüler:innen der 10.-13. Klassenstufe zu kolonialen Kontinuitäten in der Wirtschaft entwickelt und zwei Pilotworkshops durchgeführt. Connecting the Dots wurde 2018 auf dem WeltWeitWissen-Kongressen in Bremen als bestpratice für Globales Lernen ausgezeichnet

www.globalerinnern.org www.connecting-the-dots.org

https://connecting-the-dots.org/quotes-quiz/?category=kolonialismus

https://www.glokal.org/projekte/solidarisches-gedenken-organisieren-fuer-globale-gerechtigkeit-und-eine-dekoloniale-zukunft-2025-2027/

2025Initiative Perspektivwechsel e. V., BerlinAuf den Spuren des Widerstands gegen RassismusBRD
Projektsumme: 160.704,29 €
Fördersumme: 15.000,00 €
www.initiative-perspektivwechsel.org

Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus

"Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus" ist ein Bildungsprojekt, das für Koloniale Kontinuitäten wie Anti-Schwarzen Rassismus als Vermächtnis deutscher Kolonialgeschichte sensibilisiert. Es ermutigt junge Menschen sich antirassistisch zu positionieren und globale Ungleichheiten zu identifizieren und zu bekämpfen. Über die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Strategien des Antikolonialen Widerstands werden Diskussionen zu Privilegien, Machtverhältnissen und demokratischer Teilhabe angestoßen.

2025 wurden folgende Aktivitäten umgesetzt: (I) Entwicklung, Veröffentlichung und Verbreitung von Lernmaterialien zu unterschiedlichen Dimensionen kolonialer Kontinuitäten: • Entwicklung, Veröffentlichung und Verbreitung des Comics «Geraubte Geschichte. Vernyuy auf den Spuren der Ngonnso» https://antikolvi.org/lehrkraefte/comic-ngonnso-download-bestellung/

• Entwicklung und Veröffentlichung des digitalen Lernangebot «Antikoloniale Visionen»:
www.antikolvi.org

• Verbreitung des Comics «Widerstand. Drei Generationen antikolonialer Protest in Kamerun»
https://www.initiative-perspektivwechsel.org/projekte/widerstand-drei-generationen-antikolonialer-protest-in-kamerun/

• Pflege und Verbreitung des digitalen Lernangebots «Zwischen Petition und Rebellion»: https://www.initiative-perspektivwechsel.org/zwischen-petition-und-rebellion/

(II) Durchführung von 12 Workshops zu anti-Schwarzem Rassismus für 290 Schüler*innen ab der 9. Klasse in diversen Schultypen in Berlin: https://www.initiative-perspektivwechsel.org/angebote-fuer-schulen/#pt-wiggra

(III) Durchführung von 1 Präsenzfortbildungen für 60 Lehrkräfte und Lehramtsstudierende in Berlin: https://www.initiative-perspektivwechsel.org/angebote-fuer-schulen/#fortbildung-wiggra

(IV) Verleih der Interaktiven Wanderausstellung „Zwischen Petition und Rebellion“ an 3 Orte in Berlin. In vier Modulen präsentiert die Ausstellung die Inhalte des Comics „Widerstand“, u.a. anhand von Hör- und Videostationen sowie interaktiven Diskussionswänden: https://www.initiative-perspektivwechsel.org/angebote-fuer-schulen/#wanderausstellung-wiggra

2025Landesnetzwerk Afrikanischer Vereine Berlin e. V., BerlinGemeinsame dekoloniale Bildung im internationalen Kontext am Beispiel Deutschland-KamerunBRD
Projektsumme: 11.000,00 €
Fördersumme: 9.900,00 €
www.lav-berlin.de

Gemeinsame dekoloniale Bildung im internationalen Kontext am Beispiel Deutschland-Kamerun

Der Kolonialismus und seine anhaltenden Folgen erfahren bisher nur wenig Aufmerksamkeit in den Berliner Rahmenlehrplänen, obwohl Deutschland selbst zu den Kolonialmächten gezählt hat und weiterhin in Verflechtungen involviert ist, die von kolonialen Kontinuitäten mitbestimmt werden. Das Projekt führt mit Projekttagen an Berliner Schulen in das Thema Kolonialismus ein und sensibilisiert für dessen Auswirkungen. Es entwickelt dafür Konzepte zum exemplarischen Lernen, um koloniale Kontinuitäten aufzuarbeiten, historische und gegenwärtige Zusammenhänge greifbar zu machen und ein kritisches Bewusstsein für heutige Ungleichheiten im globalen Kontext zu fördern. Dafür wird ein Austausch mit zwei weiterführenden Schulen in Kamerun organisiert. Dadurch gelingt eine realitätsnahe Darstellung kolonialer Kontinuitäten, die für die Schülerinnen und Schüler beider Länder einen tiefgreifenden Einblick in die historischen und gegenwärtigen Verflechtungen zwischen Deutschland und Kamerun ermöglicht und an Beispielen erfahrbar macht, was Kolonialismus, koloniale Kontinuitäten und Ungleichheiten im globalen Kontext miteinander zu tun haben. Eine zusätzliche Fortbildung für Lehrkräfte und MultiplikatorInnen in der schulischen Bildung stärkt ihre Kompetenzen, Themen des historischen Kolonialismus mit lokalen und globalen Kontinuitäten und Ungleichheiten zu verknüpfen und diese Zusammenhänge begreifbar in ihrem Unterricht zu vermitteln.

2025Schillerwerkstatt e. V., BerlinWiderstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in KamerunBRD
Projektsumme: 22.130,00 €
Fördersumme: 15.000,00 €
https://www.schillerwerkstatt.de

Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in Kamerun

In dem Projekt “Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in Kamerun” setzen sich SchülerInnen und Lehrkräfte mit aktuellen kolonialen Kontinuitäten auseinander. Sie werden besonders ermutigt, sich auch mit der Rolle der Widerstandsbewegungen, die seit über 500 Jahren für ihre Menschenrechte kämpfen, zu beschäftigen. Wir zeigen ihnen Möglichkeiten, sich in Berlin weiter zu informieren und eventuell zu engagieren. Für Berliner SchülerInnen sind eine dreitägige Projektwoche zum Thema „Widerstand gegen deutschen Kolonialismus im heutigen Kamerun“ und zwei einzelne Projekttage geplant. In der Projektwoche interviewen die SchülerInnen eine aktive Person in Kamerun. Auf Grundlage dieses Interviews produzieren wir einen Podcast für Lehrkräfte MultiplikatorInnen. Für Lehrkräfte führen wir zwei kurze Veranstaltungen direkt in Berliner Schulen durch, in denen wir unser Unterrichtsmaterial vorstellen mit Schwerpunkt auf Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in Kamerun. Neben dem Podcast wird außerdem ein Erklärfilm zu Widerstandsbewegungen gegen deutschen Kolonialismus in Kamerun produziert, der als Unterrichtsmaterial verwendet werden kann.

2025Stiftung Nord-Süd-Brücken, BerlinBIKO-BegleitmaßnahmenBRD
Projektsumme: 3.050,46 €
Fördersumme: 3.050,46 €

BIKO-Begleitmaßnahmen

Für die Umsetzung des Förderprogramms „Bildungsarbeit zu Kolonialismus und Verantwortung in Berliner Schulen“ (BIKO) in 2025 wird die Stiftung Mittel bei der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) für die Durchführung Begleitmaßnahmen beantragen. Angedacht sind hier verschiedene Maßnahmen, um die Sichtbarkeit des Programms in der Berliner Zivilgesellschaft zu verbessern. Zudem sollen über weitere Maßnahmen die Vernetzung und der Austausch von Berliner Vereinen und Schulen befördert und damit die Auseinandersetzung zum Thema Kolonialismus/koloniale Kontinuitäten an Schulen angeregt werden. Ergänzend dazu sind Informations- und Qualifizierungsmaßnahmen für die Berliner Vereine geplant.

2025Werkstatt für kulturelle Medienarbeit WIM e. V., BerlinFABRIKA_Koloniale Comic-FictionBRD
Projektsumme: 16.405,40 €
Fördersumme: 14.600,00 €
https://wim-berlin.de

FABRIKA_Koloniale Comic-Fiction

Das Projekt zielt darauf ab, Schülerinnen und Lehrkräfte an Berliner Schulen für die historischen und aktuellen Auswirkungen des Kolonialismus zu sensibilisieren. Es wird ein kreatives, interdisziplinäres Bildungsangebot entwickelt, das historische, soziale und visuelle Aspekte des Kolonialismus verbindet. Kern des Projekts ist ein Workshop-Kit, bestehend aus einem Detektivspiel, einem Comic-Kit und einer Online-Datenbank. Diese Materialien ermöglichen eine altersgerechte, praxisnahe und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema und sollen langfristig im Bildungsbereich verankert werden. Die Inhalte basieren auf umfangreichen Recherchen, unter anderem der Arbeit von Mate Feles, der 2024 ein Stipendium der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt erhielt. Eine zentrale Grundlage bilden seine Untersuchungen zur visuellen Repräsentation des „Fremden“ in Bildwelten, insbesondere in Werbung, Animation und Propaganda aus der deutschen Kolonialzeit. Diese Darstellungen verdeutlichen, wie subtil koloniale Mechanismen wirken und gesellschaftliche Wahrnehmungen bis heute beeinflussen. Warum ist das Projekt dringend notwendig? Die Durchführung des Projekts ist zeitlich dringlich, da die Verfügbarkeit der beteiligten Expertinnen, Partnerinnen und Ressourcen nicht dauerhaft gewährleistet ist. Das aktuelle Team bringt frische Erkenntnisse und Erfahrungen aus kürzlich abgeschlossenen Recherchen und Projekten ein. Diese Expertise stellt eine einzigartige Grundlage dar, die sofort genutzt werden sollte, um die Inhalte effektiv und nachhaltig zu entwickeln. Projektaktivitäten und Nachhaltigkeit 1. Partizipative Entwicklung der Workshop-Kits: Das Kit wird in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen, Multiplikatorinnen und Expertinnen entwickelt. Es umfasst praxisorientierte Übungen (z. B. ein Detektivspiel zur Entdeckung kolonialer Spuren in Berlin) und kreative Methoden (z. B. Comic-Workshop-Kit), ergänzt durch Tutorials und Begleitmaterialien. 2. Aufbau einer Online-Datenbank: Eine Online-Datenbank wird entwickelt, die nach Projektende von der Zönotéka gepflegt wird. Sie bleibt dauerhaft verfügbar und stellt Materialien, Tutorials und ergänzende Ressourcen bereit, die den Bildungsprozess langfristig unterstützen. 3. Nachhaltige Nutzung durch die Gelbe Villa für Schulen: Die Gelbe Villa als zentraler Kooperationspartner plant, das fertige Workshop-Kit auch nach Projektende aktiv in ihren Bildungsprogrammen einzusetzen. So wird das Projekt lebendig gehalten und langfristig in Projekttage und -wochen mit Berliner Schulen integriert. 4. Öffentlichkeitswirksame Abschlussveranstaltung: Zum Abschluss des Projektes wird eine Veranstaltung organisiert, bei der die Ergebnisse und Materialien öffentlich präsentiert werden. Geplant ist eine Ausstellung der erarbeiteten Inhalte wie Comics und Detektivspiele, um die Projektergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und für koloniale Themen zu sensibilisieren. Besonderheiten des Projekts Das Projekt richtet sich an Schülerinnen der Sekundarstufe I (Klassen 6–9) und Lehrerinnen. Es verbindet historische, künstlerische und pädagogische Ansätze, um ein breites Spektrum an Kompetenzen zu fördern. Schüler*innen lernen, koloniale Mechanismen kritisch zu hinterfragen, und Lehrkräfte erhalten Werkzeuge, um das Thema nachhaltig und interdisziplinär in den Unterricht zu integrieren.

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