Bericht über die Vermögensverwaltung 2021

2021 war ein eher ruhiges Jahr in der Vermögensverwaltung, das eher von der Suche nach geeigneten Anlagemöglichkeiten geprägt war als von spektakulären Umschichtungen.

Anfang des Jahres wurde für den risikoreicheren Vermögensteil der Kauf einer Inhaberschuldverschreibung eines Finanziers von Windenergieprojekten (Indesto GmbH) diskutiert und letztlich erworben. Mit den Mitteln sollen u.a. 14 Windparks onshore errichtet werden. Der Kauf geschah auch unter dem Gesichtspunkt, dass ähnliche Anlagen endfällig geworden waren und daher ein gewisses Risikobudget wieder zur Verfügung stand.

Das Thema Immobilien, das uns in den Vorjahren stark beschäftigt hat, trat in den Hintergrund. Hier kam es eher zu Tilgungen von Darlehen (Zollschuppenstraße Leipzig) bzw. Teiltilgungen von Erbbaurechtsverkäufen (SoWo eG mit der Campestraße).

Die Zahl der Nachfragen nach Darlehen/Immobilienkäufen ging merklich zurück. Unklar ist, ob dies auf Corona oder den starken Preisanstieg in den Vorjahren zurückzuführen ist oder einfach Zufall war. Zum Jahresende wurde von einer Gruppe noch die Verlängerung und Aufstockung ihres Darlehens angefragt, die vom Vorstand auch positiv beschieden wurde, allerdings 2021 nicht zur Umsetzung kam.

Wesentliche Umschichtungen im Berichtsjahr waren der Kauf eines Mischfonds (smart & fair) und die Aufstockung eines bereits vorhanden Fonds (Fonds für Stiftungen) um jeweils rund 500 T€, um das freigewordene Kapital wieder anzulegen.

Im Depot der gls kam es nach Endfälligkeit eines Mikrofinanzfonds mit dem Schwerpunkt Nordafrika/Naher Osten zum Kauf eines ähnlichen Produkts, diesmal allerdings mit dem regionalen Schwerpunkt in Westafrika und Subsahara. Zielgruppe des social-impact-Fonds sind kleine Unternehmen. Auch bei diesem Fonds werden die vorrangigen Risiken wieder von KfW und BMZ abgesichert.

Angeregt wurde vom Vorstand, sich einmal intensiver mit der Möglichkeit zu beschäftigen, in einen ETF-Fonds zu investieren.

Die Zugänge in das Anlagevermögen überstiegen die Abgänge um 725 T€, so dass der Überhang aus 2020 abgebaut werden konnte. Insgesamt wurden Wertpapierkäufe von knapp 1,5 Mio. € umgesetzt.

Das Ergebnis der Vermögensanlage (435 T€) blieb im Vergleich zum Vorjahr (420 T€) nahezu konstant.

Während die Erträge aus Wertpapieren (+12 T€) und Zinsen (+4 T€) leicht zunahmen, gingen die Erträge aus Darlehen (-11 T€) leicht zurück. Insgesamt stiegen die ordentlichen Erträge leicht um 4 T€ an.

Zu dem Ergebnis in der Vermögensverwaltung kamen noch Zuschreibungen auf Wertpapiere zum Jahrsende von 66 T€ hinzu, die allerdings durch Abschreibungen auf Aktien in Höhe von 25 T€ geschmälert wurden. Es fielen steuerliche Kosten in Höhe von 9.000 € durch einen Zwangsumtausch bei einer französischen Aktie an.

Der Überschuss in der Vermögensverwaltung von 435 T€ entspricht rund 2,15% Ertrag bezogen auf das Eigenkapital (Stiftungsvermögen + Rücklagen) in Höhe von 20.246 T€.

Zum Stichtag 31.12. verfügte die Stiftung inkl. liquider Mittel (Sach- und Finanzanlagen nach Kurswerten und Guthaben bei Banken) über ein Vermögen von 21.832 Mio. € zuzüglich der im Grundbuch gesicherten Forderungen auf die Erbbaurechte in Höhe von 802 T€, womit das Stiftungsvermögen ungeschmälert erhalten ist.

Der Aktienanteil am Gesamtvermögen (einschließlich der in Mischfonds enthaltenen Aktien) liegt bei rund 21,1% und ist damit zum Vorjahr um 3,9% gestiegen.

Die Inflation lag 2021 bei 3,3%. Die Stiftung sollte daher Rücklagen von mindestens 561 T€ (gerechnet auf das nominale Vermögen) zur Stärkung des Stiftungskapitals bilden. Tatsächlich standen 210 T€ zur Verfügung, von denen 41 T€ der sonstigen Rücklage zur Abdeckung von Kursverlusten und 170 T€ der freien Rücklage zugeführt wurden.

 

Aufteilung der Finanzanlagen per 31.12.2021 nach Wertpapiertypen:

Vermögen per 31.12.2021